Archiv für Oktober 2008

PM des Bündnis K&A: Polizei vertuscht und verharmlost Naziangriff

Wie selbst die Polizei gegenüber der PZ berichtete, war diese während des Naziangriffes nicht vor Ort. Dennoch dementiert sie die Aussagen verschiedener AugenzeugInnen, wonach die Neonazis mit Glasflaschen, Knüppel und Pfefferspray die KonzertbesucherInnen angegriffen haben. Dadurch wird der eigentliche Straftatbestand erheblich heruntergespielt. Den Beamten am Tatort wurde mehrmals von unterschiedlichen Augenzeugen mitgeteilt, dass es sich bei einem der Angreifer um Jonathan Stumpf gehandelt habe; dieser ist eindeutig dem „Heidnischen Sturm Pforzheim“ zuzuordnen. Auch andere Täter sind dem HSP zuzuordnen, was die Polizei gegenüber dem Pforzheimer Kurier (Artikel vom 27.10.) leugnete („Bei der Fahndung seien im Umfeld des Kupferdächle dann einige Jugendliche aufgegriffen worden, die sich auch nach den Erkentnissen der Polizei dem rechten Spektrum, aber keinen konkreten Gruppen in dieser Szene zuordnen liessen.“). Während Polizei und Kommunalpolitik die Gefährdung durch Neonazis seit Jahren herunterspielt belegen interne Dokumente des „Heidnischen Sturm Pforzheim“, dass sich diese Organisation bereits in der Vergangenheit damit auseinandergesetzt hat gegen solche Konzerte vorzugehen.
Auch liegen uns neben den Aussagen der AugenzeugInnen, mehrere Dokumente vor, die zeigen, dass mehrere Mitglieder des „Heidnischen Sturms“ an dem Angriff beteiligt waren.
Es scheint, dass die Ermittlungen bisher mit großer Nachlässigkeit geführt wurden. Dass dies nicht unbedingt an fehlenden Kenntnissen der Szene, sondern auch an mangelndem Willen liegen könnte, belegen zahlreiche Vorfälle der Vergangenheit (Belege vorhanden).

Dazu Andreas Fries, Pressesprecher des Bündnis Kritik und Aktion:
„Die Leugnung und Vertuschung organisierter Neonazistrukturen und rechter Gewalt durch die Pforzheimer Polizei und Kommunalpolitik, kann auf eine jahrelange traurige Tradition zurückblicken. Nur durch den Aufschrei engagierter AntifaschistInnen, fundierte Recherchen und eine zu hohe Anzahl an ZeugInnen wurde diesesmal diese übliche Praxis vereitelt. Der Teppich unter den jahrelang gekehrt wurde könnte jetzt aufgerollt werden, wenn der politische Wille vorhanden wäre.“

Belege werden Redaktionen auf Anfrage zur Verfügung gestellt unter:
verteiler-pforzheim@gmx.de

PM: Polizei verharmlost organisierten und bewaffneten Neonaziangriff auf „Laut gegen Nazis“- Konzert

Gegen 22.00 Uhr, kam es vor dem Jugendhaus zu einem Angriff von zirka zehn bis fünfzehn teilweise bewaffneten Neonazis aus dem Umfeld der Neonaziorganisation „Heidnischer Sturm Pforzheim“. Einige KonzertbesucherInnen stellten sich den angreifenden Neonazis entschlossen entgegen, so konnten viele der sehr jungen Fans (deren Durchschittsalter zwischen 12 und 16 Jahren lag) vor den Angreifern geschützt werden. Dabei kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung, bei der es durch das brutale Vorgehen der Neonazis zu schweren Verletzungen kam, diese schlugen mit Flaschen und Knüppeln auf die Köpfe der Jugendlichen ein. Nach kurzer Zeit gab der Rädelsführer der Neonazis (Jonathan Stumpf) den Befehl „Kameraden Rückzug“, woraufhin diese sich entfernten, einer der Täter konnte von eingigen Anwesenden gestellt werden. Nach kurzer Zeit traf die Polizei ein und transportierte den bis dahin festgehaltenen Nazi ab, laut Zeugenberichten wurde dieser jedoch kurze Zeit später wieder auf freien Fuß gesetzt.

Dazu Pressesprecher des Bündnis Kritik und Aktion, Andreas Fries:
„Es ist ein Skandal, dass die Polizei schon seit Jahren systematisch solche Vorfälle verschweigt. Belege für das Verschweigen erheblich schwererer Straftaten sind vorhanden. Der dringend nötigen öffentlichen Auseinandersetzung wird somit bewusst aus dem Weg gegangen, während den Neonazis Raum zur Organisierung und Festigung ihrer Strukturen und ihrer menschenverachtenden Ideologie gelassen wird.“

Naziangriff auf „Laut gegen Nazis“ Konzert

In Pforzheim wurde am 24. Oktober ein „Laut gegen Nazis“-Konzert im örtlichen Jugendzentrum Kupferdächle von Nazis überfallen. Gegen 22 Uhr, am Ende des Auftritts der Band „Killerpilze“, tauchten etwa 15 Nazis aus dem Umfeld des „Heidnischen Sturms Pforzheim“ vor dem JuZ auf. Antifas konnten die Nazis vertreiben, allerdings gab es Verletzte unter anderem durch Pfefferspray und Glasflaschen. Zwei Linke wurden bei einer Attacke verletzt und mussten ärztlich behandelt werde. Einer der Nazis konnte gestellt werden; er wurde später von den Bullen abtransportiert. Der Altersdurchschnitt bei dem Konzert lag zwischen 12 und 16 Jahren. Es war Teil der Woche „Voll Extrem!“, in der auf unerträgliche Weise linke und rechte Ideologien „verglichen“ wurden.