Wie selbst die Polizei gegenüber der PZ berichtete, war diese während des Naziangriffes nicht vor Ort. Dennoch dementiert sie die Aussagen verschiedener AugenzeugInnen, wonach die Neonazis mit Glasflaschen, Knüppel und Pfefferspray die KonzertbesucherInnen angegriffen haben. Dadurch wird der eigentliche Straftatbestand erheblich heruntergespielt. Den Beamten am Tatort wurde mehrmals von unterschiedlichen Augenzeugen mitgeteilt, dass es sich bei einem der Angreifer um Jonathan Stumpf gehandelt habe; dieser ist eindeutig dem „Heidnischen Sturm Pforzheim“ zuzuordnen. Auch andere Täter sind dem HSP zuzuordnen, was die Polizei gegenüber dem Pforzheimer Kurier (Artikel vom 27.10.) leugnete („Bei der Fahndung seien im Umfeld des Kupferdächle dann einige Jugendliche aufgegriffen worden, die sich auch nach den Erkentnissen der Polizei dem rechten Spektrum, aber keinen konkreten Gruppen in dieser Szene zuordnen liessen.“). Während Polizei und Kommunalpolitik die Gefährdung durch Neonazis seit Jahren herunterspielt belegen interne Dokumente des „Heidnischen Sturm Pforzheim“, dass sich diese Organisation bereits in der Vergangenheit damit auseinandergesetzt hat gegen solche Konzerte vorzugehen.
Auch liegen uns neben den Aussagen der AugenzeugInnen, mehrere Dokumente vor, die zeigen, dass mehrere Mitglieder des „Heidnischen Sturms“ an dem Angriff beteiligt waren.
Es scheint, dass die Ermittlungen bisher mit großer Nachlässigkeit geführt wurden. Dass dies nicht unbedingt an fehlenden Kenntnissen der Szene, sondern auch an mangelndem Willen liegen könnte, belegen zahlreiche Vorfälle der Vergangenheit (Belege vorhanden).
Dazu Andreas Fries, Pressesprecher des Bündnis Kritik und Aktion:
„Die Leugnung und Vertuschung organisierter Neonazistrukturen und rechter Gewalt durch die Pforzheimer Polizei und Kommunalpolitik, kann auf eine jahrelange traurige Tradition zurückblicken. Nur durch den Aufschrei engagierter AntifaschistInnen, fundierte Recherchen und eine zu hohe Anzahl an ZeugInnen wurde diesesmal diese übliche Praxis vereitelt. Der Teppich unter den jahrelang gekehrt wurde könnte jetzt aufgerollt werden, wenn der politische Wille vorhanden wäre.“
Belege werden Redaktionen auf Anfrage zur Verfügung gestellt unter:
verteiler-pforzheim@gmx.de