Der Erwerbslose Berndt Pfeifer in Gütersloh ist schon in der vierten Woche im Hungerstreik. Das Jobcenter Gütersloh, die beauftragte GT Aktiv GmbH, hatte ihm in den vergangenen Monaten mit ständigen Leistungskürzungen und verschleppten Anträgen das Leben schwer gemacht. Pfeifer verlangt mit dem Hungerstreik, dass sich der Leiter des Jobcenters bei ihm offiziell entschuldigt. Die bürgerliche Presse schweigt zum großen Teil über den Fall.
Seit dem 3.März befindet sich Berndt Pfeifer in Gütersloh im Hungerstreik, um gegen die menschenunwürdige Behandlung durch das Jobcenter zu protestieren. Auch nach dreieinhalb Wochen will der mittlerweile stark geschwächte Langzeiterwerbslose die Aktion nicht abbrechen. Die Hilfsorganisation Bund Soziales Zentrum Deutschland e. V. und der örtliche Kreisverband der Partei Die Linke, die Kontakt zu Pfeiffer haben und sein Anliegen nach Kräften unterstützen, konnten ihn jetzt von dem Vorhaben abbringen, auch die Flüssigkeitsaufnahme zu verweigern.
Die meisten Medien schweigen sich über den Fall aus, überregional
wurde darüber offenbar nur von junge Welt und Neues Deutschland berichtet.
Hingegen keine Beiträge in der überregionalen Taz, oder etwa Frankfurter Rundschau.
Dabei handelt es sich offenbar um den ersten Hungerstreik eines Einzelnen gegen
eine Jobcenterverwaltung, der zugleich für viele von Hartz IV Betroffene steht.
Das Schweigen der großen Medien hat Methode. So bleibt der Fall auch vielen
Erwerbsloseninitiativen unbekannt, und bundesweit wird die kapitalistische
Ordnung gewahrt.
Es zeigt sich, dass die mediale Meinungsschmiede funktioniert,
die bewußt Proteste ausblendet, und lieber erst über Hungertote mit bedauernder
Geste im Nachhinein berichtet. Hingegen wird der Fall zum Alltagskonflikt
im regionalen Rahmen heruntergestutzt, wenn lediglich der WDR über Berndt Pfeifer
eine Beitrag bringt, und nur die Linkspartei vom Kreisverband Gütersloh eine
Presseerklärung herausbringt, in der sie das Jobcenter Gütersloh, die
GT Aktiv, anmahnt, den Betroffenen mehr Aufklärung über ihre Rechte einzuräumen.
Artikel der Jungen-Welt
Erstmals über den Fall berichtet hatte das Westfalen-Blatt, hier
2 Antworten auf “Hartz 4 -Empfänger im Hungerstreik”