Aufruf zum 23. Februar

Seit 1994 findet jährlich am 23. Februar eine Fackelmahnwache auf dem Pforzheimer Wartberg statt. Unter Organisation des Neonazi-Vereins „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“ wird hierbei der „deutschen Opfer“ des 2. Weltkriegs gedacht, die bei dem Luftangriff der Alliierten am 23. Februar 1945 ums Leben kamen. Damit findet mit 100-200 TeilnehmerInnen die größte regelmäßige faschistische Veranstaltung Baden-Württembergs statt.

Die Charakterisierung des Angriffs auf Pforzheim als „unnötiges Kriegsverbrechen“, von der regelmäßig in der Pforzheimer Öffentlichkeit zu hören ist, lässt maßgebliche historische Fakten, wie die NSDAP-Wähler, die 1933 über 50% der Pforzheimer Stimmen ausmachten oder die Beteiligung an der deutschen Rüstungsproduktion für einen von Deutschland ausgehenden Vernichtungskrieg außer Acht. Somit handelt es sich um bewusst eingesetzte Geschichtsverfälschung, die ebenso die Grundlage der „Trauerveranstältung“ der Neonazis ist. Dem gilt es ein Ende zu bereiten!

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Wir halten es für richtig und wichtig faschistischem Umtreiben entgegenzutreten, dennoch ist es für uns mit der alleinigen Kritik am Neonazismus nicht getan.
Ebenso sehen wir in, einem weit verbreiteten und in den letzten Jahren zuhnehmend modernisierten Nationalismus eine Ursache für das Auftreten einer rechtsradikalen Szene.

Das Gerede von den Pleite-Griechen, der Deutschland-Hype bei Fußball WM und EM, das Geschwätz von Überfremdung und „Für den Standort müssen wir den Gürtel enger schnallen“ und die neue deutsche Geschichtsschreibung, in der „wir“ Aufarbeitungsweltmeister sind, und in der Welt wieder etwas zu sagen haben sollten; all das ist für uns schon Nationalismus. Die Idee, dass „alle Deutschen“ zusammenhalten sollten, ist selbst für die meisten Deutschen zutiefst schädlich. Das Gemeinwohl, dass ihnen permanent in Aussicht gestellt wird, wird es in der kapitalistischen Gesellschaft sowieso nie geben. Sie, und in noch höherer Zahl „die Ausländer“, kommen in der Konkurrenz permanent schlecht weg.

Die Grenzen verlaufen zwischen oben und unten – nicht zwischen Nationen!

Deshalb rufen wir zu entschlossenem Protest auf:

Geschichtsverfälschung bekämpfen!
Nationalismus raus aus den Köpfen!

Interview zum 23. Februar

Seit 1994 veranstaltet die Nazi-Kameradschaft „Freundeskreis ein Herz
für Deuschland“ am Tag der Zerstörung Pforzheims im Zweiten Weltkrieg
eine so genannte Fackelmahnwache, um der „gefallenen Deutschen Kameraden und
Zivilisten“ zu gedenken. Mittlerweile ist sie mit 100-200
TeilnehmerInnen die größte regelmäßige faschistische Veranstaltung in
BaWü.

Seit 2002 gibt es dagegen antifaschistische Proteste. Zum
zehnjährigen Jubiläum interviewen wir Susi von der Gruppe alert|a aus
Pforzheim, um nachzufragen, was in den letzten Jahren los war, und was
für dieses Jahr geplant ist.

Susi, 2008 gab es eine Baden-Württemberg-weite Kampage „Gegen jeden Geschichtsrevisionismus“, die in einer Demo am 23. Februar gipfelte. In den Jahren danach war weniger los, und es gab es am Tag selber keine Demo mehr. Was sind die Gründe dafür?


Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist es in einer Kleinstadt
wie Pforzheim schwierig, kontinuierliche politische Arbeit zu machen.
Die meisten, die die Kampagne 2008 getragen haben, sind danach aus
Pforzheim weggezogen; Pforzheim ist für Linke einfach keine besonders
attraktive Stadt. Aber diese Erfahrung machen ja wahrscheinlich die
meisten Städte ohne Uni…

Zum anderen war es den Übriggebliebenen wichtig, wie auch 2008 nicht
nur was gegen Nazis zu machen, sondern auch den Umgang der Stadt
Pforzheim mit dem 23. Februar zu thematisieren. Oft scheint es in den
städtischen Veröffentlichungen so, als ob Pforzheim unschuldig kurz vor
Kriegsende bombardiert worden wäre; die Nazi-Zeit wird in diesem
Zusammenhang gerne ausgeklammert, oder nur sehr abstrakt („Natürlich
waren auch die deutschen Bombenangriffe Verbrechen…“) benannt.

Zum dritten ist mit direkten Aktionen gegen die Nazimahnwache im
Moment aus unserer Sicht ohnehin nichts auszurichten, weil ein
martialisches Polizeiaufgebot die Nazi-Mahwache schützt, und die Polizei
10jährige Einsatzerfahrung hat, weshalb seit 2003 alle Versuche in
diese Richtung gescheitert sind. Wir rufen deshalb bewusst nicht mehr
dazu auf, spontan auf den Wartberg zu rennen, um dort was gegen die
Nazis zu machen.

Zum vierten erschien uns jede inhaltliche Vermittlung am 23. Februar
selbst fast unmöglich, da von Seiten der Presse und der Stadt alles auf
das Gewaltszenario „linke Chaoten versuchen friedliche Nazis
anzugreifen“ reduziert wurde. Aus diesem Grund haben wir die
Bündnisarbeit in der Initiative gegen Rechts in den Vordergrund
gestellt, um aus dieser Ecke rauszukommen. Wir denken, dass mit den
Demonstrationen 2010 und 2011 jeweils am Samstag vor dem 23. Februar ein
guter Schritt in diese Richtung unternommen wurde.

Wie sieht denn die Zusammenarbeit im Bündnis aus?

In der Initiative arbeiten sowohl bürgerliche, als auch radikale
Linke Kräfte konstruktiv zusammen. Sie eint das Engagement gegen Nazis,
Geschichtsrevisionismus, Rassismus und Kriegstreiberei. Sie sind sich
einig, dass jede Gleichsetzung von Links und Rechts reaktionär und
schädlich ist. Die Arbeit der Inititative ist auf jeden Fall positiv zu
bewerten.

Du hast vorhin vom Geschichtsrevisionismus der Stadt gesprochen. Kannst du uns dafür Beispiele nennen?

Ja klar. Auf dem Mahnmal zur Zerstörung der Stadt, den Stelen auf dem
Wallberg, befindet sich eine Stadtchronik, auf der für die Zeit
1900-1945 lediglich steht, dass „die Uhrenfabrikation und andere
Industriezweige“ sich „erfolgreich entwickelten“ und „die
Schmuckindustrie Weltgeltung erlangte und in alle Erdteile exportierte“.
Der nächste Eintrag lautet „Am 23. Februar 1945 zerstört ein schwerer
Luftangriff der Royal Air Force Pforzheim zu mehr als 80%. Mehr als
18.000 Menschen verlieren dabei ihr Leben “ . Alles quasi aus heiterem
Himmel, ohne Bezug zur Nazi-Zeit.

Ebenfalls kritisch zu betrachten ist Pforzheims Verhältnis zu seiner
baskischen Partnerstadt Guernica. Diese wurde 1937 im Spanischen
Bürgerkrieg von der deutschen NS-Luftwaffe komplett zerbombt, um dem
Faschisten Franco Schützenhilfe zu leisten. Von offizieller Seite werden
die beiden Ereignisse aus dem historischen Kontext gerissen und das
Leid, das ja schließlich beide Städte erlitten haben, betont. So
erscheinen überall Opfer und nirgends mehr Täter.

Insgesamt ist jedoch in den letzten Jahren auch eine
Modernisierung des Gedenkens festzustellen; es gibt mittlerweile auch
Veranstaltungen im Vorfeld des 23. Februar, die Schlaglichter auf die
Nazi-Zeit werfen, und die Nazi-Zeit wird allgemein als etwas Grausames,
das nie wieder geschehen darf, benannt. Die Nazi-Zeit verschwimmt dabei
immer mehr zu etwas Abstaktem, nicht Fassbaren. Ein Bezug zu Pforzheims
Rolle im Zweiten Weltkrieg wird von städtischer Seite nicht hergestellt.

Kein Wort von der Rüstungsindustrie in Pforzheim, den über 100
Betrieben mit mehr als 10.000 Beschäftigten, kaum ein Wort zu
Zwangsarbeitern in der Zeit um den 23. Februar, nichts zu den über 50% NSDAP-Wählern im März 1933, nichts zu den Profiteuren der Arisierung in Pforzheim.

Es hat zwar ein bisschen gedauert, aber mittlerweile ist Pforzheim da
fast schon auf der Höhe der Zeit. Auf bundespolitischer Ebene stellt
sich Deutschland als geläuterte Nation dar, die sich zu Ihrer
Vergangenheit bekennt, und daraus gelernt hat. Der Grüne Außenminister
Fischer hat es 1999 sogar soweit getrieben, nicht trotz, sondern wegen
Auschwitz wieder einen Angriffskrieg zu führen.

Und da passt es ganz gut ins Bild, den 23. Februar als Mahnung zum
Frieden auszurufen, und dabei nicht zu erwähnen, dass Deutschland in
aller Welt Angriffskriege führt. Spätestens hier entlarft sich die
deutsche Erinnerungspolitik als reine Farce, und als Ideologieproduktion
für einen erneuerten deutschen Nationalismus.

Was habt ihr denn konkret in den letzten Jahren gemacht?

Wir haben jedes Jahr im Vorfeld des 23. Februar Infoveranstaltungen
durchgeführt. 2009 gab es eine Veranstaltungsreihe von alert|a mit
Vorträgen zu Nazistrukturen in Pforzheim, zum Umgang der Stadt mit dem
23. Februar, und zum bundesdeutschen Umgang mit der
nationalsozialistischen Vergangenheit. Außerdem haben wir uns an einem
Streitgespräch der Initiative gegen Rechts zum Umgang mit dem 23.
Februar nach 1945 beteiligt.

2010 und 2011 haben wir uns, teilweise auch mit Redebeiträgen, an den
Demonstrationen im Vorfeld des 23. Februar beteiligt. 2010 gab es am 23.
Februar selbst eine Dauerkundgebung auf dem Marktplatz.
2011 gab es einen AK Stadtgeschichte, der sich mit dem Umgang mit dem
23. Februar auseinandergesetzt hat und in Kooperation mit der Initiative
gegen Rechts einen gut besuchten Vortrag veranstaltete, auf dem er
seine Ergebnisse präsentierte. Wir haben also immer wieder versucht, auf
inhaltlicher Ebene zu arbeiten, soweit es uns eben möglich war.

Man hat seit einiger Zeit nichts mehr von alert|a gehört; was war denn da los?

Naja, wie vorhin schon erwähnt, ist das nicht so einfach mit der
politischen Arbeit in Pforzheim. Es sind schlicht und einfach fast alle
Gruppenmitglieder weggezogen. Daraufhin gab es Versuche, offenere
Strukturen zu etablieren, z.B. fanden 2010 im Vorfeld des 23. Februar
sicher ein Dutzend Vollversammlungen statt. Besonders gut hat das aber auch
nicht funktioniert. Außerdem war es richtig viel Arbeit, den Infoladen,
den es seit 2008 gibt, mit Leben zu füllen. Erst seit Herbst 2011 gibt
es wieder genug Leute, die bereit sind, sich in einer festen Gruppe zu
engangieren. Also, alert|a ist wieder da, mit vielen neuen Leuten, und
neuer Motvation!

Tritt denn die Pforzheimer Neonazi-Szene auch außerhalb des 23. Februar in Erscheinung? Als wie gefährlich ist sie einzuschätzen?

In Pforzheim und dem Enzkreis existiert es eine relativ große
Neonaziszene: da gibt es den „Freundeskreis ein Herz für Deutschland“,
welcher jährlich die Fackelmahnwache am 23. Februar anmeldet. Außerdem gibt es den
„Heidnischen Sturm Pforzheim“ (HSP), der regelmäßig an Neonazi-Aufmärschen wie in Dresden teilnimmt und durch ein hohes Gewaltpotential auffällt. Der HSP gründete sich im Jahre 2005 um den bekannten Neonazi Jonathan Stumpf,
der gerichtilich verurteilt wurde, weil er im Mai 2009 zusammen mit zwei
anderen eine 14-jährigen Dunkelhäutigen durch die Pforzheimer Nordstadt
hetzte. Dazu kommt das „Stallhaus Germania“ in Mühlacker- Lomersheim, wo immer
wieder Konzerte mit rechtsradikalen Bands stattfinden. Im Übrigen gibt es
noch die „Nagoldfront“, eine rechte Hooligangruppe, die nicht explizit
politisch in Erscheinung tritt, aber immer wieder durch rassistische
Gewaltexzesse auffällt. Wie weit diese Gewalt gehen kann, zeigt sich an
folgenden Beispielen:

  • Im Oktober 2008 griffen ca. 15 Neonazis, die dem „Heidnischen Sturm“ und
    der „Nagoldfront“ zuzuordnen sind, das Jugendkonzert „Laut gegen Nazis“
    bewaffnet an.
  • Im Sommer 2009 griffen ca. 15 Nazis eine Gruppe Punks am Waisenhausplatz an.
  • Im Mai 2010 wurde ein Dönerladen in unmittelbarer Nähe des
    „Pflaumenbaums“ * von ca. 50 bewaffneten Personen angegriffen, was von
    der Polizei bis Juni 2010 geheim gehalten wurde.
  • Vor rund einem Jahr stach ein Neonazi in der Nordstadt auf einen Türken
    ein und wurde im Januar diesen Jahres zu 1 ½ Jahren auf Bewährung
    verurteilt.
*Der Pflaumenbaum ist eine Kneipe in der Nordstadt, in der Neonazis
regelmäßig ein- und ausgehen; er ist einer der Anlaufpunkte, wo
rechtsoffene Jugendliche auf organsierte Neonazis treffen. Es ist davon
auszugehen, dass von hier schon mehrere rassistische Gewalttaten
ausgingen. Der Besitzer Frank Daudert ist Mitglied der Republikaner.


Macht die Stadt dieses Jahr was gegen die Mahnwache des FHD?

Die Stadt veranstaltet zum ersten Mal selbst eine Gegenkundgebung vor
dem Rathaus. Wir waren am Anfang überrascht davon, und selbst der Aufruf war
so verfasst, dass wir Ihn hätten sogar mittragen können. Dazu muss man allerdings
wissen, dass am 23. Februar in Berlin die zentrale Gedenkfeier für die
Opfer des NSU stattfindet, und so natürlich
auch Pforzheim an diesem Tag unter erhöhter Beobachtung steht. Die
Blöße, dass in Ihrer Stadt unwidersprochen eine Nazikundgebung
stattfinden kann, möchten sich die Stadtoberen nicht geben.
Wie gesagt, wir waren trotzdem überrascht, dass der Aufruf ganz ok war,
bis uns zwei Tage vor der Veröffentlichung eine abgeänderte Fassung
zugemailt wurde, in der folgender Satz eingefügt war: „Pforzheim ist
eine weltoffene und internationale Stadt, in der extremistisches
Gedankengut ganz gleich ob von rechts oder links keinen Platz hat.“
Dieses Verhalten lässt kaum einen anderen Schluss zu, als dass dieses
Vorgehen von vorneherein so geplant war, um ungeliebte Erstunterzeichner
aus dem Bündnis zu drängen und die Initiative gegen Rechts zu spalten
in „gute Demokraten, die mit der Formulierung leben können“ und „böse
Extremisten“.
Darüber waren nicht nur wir, sondern die gesamte Initiative gegen Rechts
empört, so dass wir beschlossen haben, als Inititative gegen Rechts
unabhängig von der Stadt eine Demonstration durchzuführen, zu der wir
ausnahmslos alle antifaschistischen Kräfte aufrufen.

Und ihr mobilisiert jetzt zu dieser Demo?

Genau! Los geht’s am 23. Februar um 17:30 Uhr auf dem Pfälzer Platz
in der Pforzheimer Nordstadt. Uns als alert|a ist jedoch wichtig, neben
dem klaren Signal gegen die Fackelmahnwache der Nazis auch ein Zeichen
zu setzen gegen jeden Nationalismus, und dabei vor allem auf die
Instrumentalisierung der Vergangenheit für die positive Konstruktion
eines erneuerten deutschen Nationalismus einzugehen.

Vielen Dank für das Interview!

Gern geschehen.

Links

Homepage von alert|a

Aufruf der Stadt Pforzheim

Zu Jonathan Stumpf / Angriff in der Nordstadt [1] [2]

Artikel zu Nazis in Pforzheim

Artikel zum Nazi-Angriff am Waisenhausplatz [1] [2]

Artikel zum Stallhaus Germania

Messerattacke [1] [2] [3]

Rede beim Bildungsstreik

Wir haben uns beim Bildungsstreik am 12. Juni in Pforzheim beteiligt. Mehr Infos zum Bildungsstreik in Pforzheim gibts unter http://akfb.blogsport.de

Außerdem gibt’s hier unsere Rede bei der Demo zum runterladen.

Revolutionärer 1. Mai in Karlsruhe

In Karlsruhe findet in diesem jahr zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder eine Revolutionäre 1. Mai Demonstration statt. Unter dem Motto „Kämpfen in der Krise – Kapitalismus überwinden“ mobilisiert ein regionales Bündnis im Anschluss an die traditionelle DGB Demo zur Auftaktkundgebung an den Karlsruher Werderplatz.
(mehr…)

„Hoffentlich lassen es auch unsere Freunde in Grün durchgehen…“*

Wie die Autonome Antifa Freiburg aufdeckte plant die Mühlacker Nazikameradschaft Stallhaus Germania/Furor Teutonicus ein Nazikonzert bei Lomersheim(Mühlacker). Das 10 Jährige Jubiläum der Kameradschaft soll am 22.05.2010 mit einem Open-Air-Konzert auf einem Wiesengrundstück bei Mühlacker-Lomersheim gefeiert werden.

Neben der in Nazikreisen bekannten „Blood&Honour“-Band „Faustrecht“ sollen auch die Naziskinband „Angry Boot Boys“ und die lokale Naziband „Devil’s Project“ auftreten.Organisiert wird das Konzert von Thorsten Glass, einem Mitglied von Stallhaus Germania / Furor Teutonicus.

Die Kameradschaft betreibt ein gleichnamiges Nazizentrum auf dem Gelände des Mühlacker Fliesenlegers Markus Ramthun, dieser beschäftigt in seinem Betrieb auch weitere Nazis der Kameradschaft. Stallhaus Germania/Furor Teutonicus organisierten in den vergangenen Jahren eine Vielzahl ähnlicher Veranstaltungen, zu diesen kamen teilweiße mehrere hundert Nazis aus dem In- und Ausland.

Die Kameradschaft kann dem gewaltätigen Skinheadspektrum zugerechnet werden, mehrmals kam es zu Übergriffen von Mitgliedern der Kameradschaft auf AntifaschistInnen und AusländerInnen mit zum teil Schwerverletzten so z.B. am 4. August 2007 bei einer Privaten Grillfeier in Mühlacker.

In den vergangenen Jahren hatte das „Bündnis gegen Rechts Mühlacker“ immer wieder versucht die Verantwortlichen der Stadt Mühlacker zu drängen, etwas gegen das Nazizentrum zu unternehmen. Dies blieb aber ohne Erfolg. Die Gefahren wurden jahrelang herunter gespielt und ignoriert.

Bisher schwiegen Stadtverwaltung und Polizei und fuhren ein Kooperationsmodell welches den Nazis ihre Konzerte ermöglichte. Damit schienen sowohl die Nazis als auch Stadtverwaltung und Polizei zufrieden zu sein.

    *Aus dem internen Mailverkehr von Thorsten Glass und „Devil’s Project“.
    (1)Kleine Anfrage an den Landtag Thomas Knapp Drucksache 14/4181

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Presseberichte:
TAZ
Stuttgarter Zeitung

Communique der Autonomen Antifa Freiburg

„Lechts, rinks – alles dasselbe!“

Folgenden Text haben wir als Flugblatt auf der Demonstration am 20.Februar verteilt:

„Lechts, rinks – alles dasselbe!“
Extremismusbegriff und bürgerliche Ideologie

In der Debatte um die Änderung der Gemeinderatsresolution zum 23. Februar beklagt die CDU, dass man nicht alle „Extreme“ in einen Topf wirft, sondern beginnt zu differenzieren.

(mehr…)

Alle Jahre wieder… 23. Februar in Pforzheim

Neben der von der Pforzheimer „Inititive gegen Rechts“ organisierten Demonstration am 20. Februar, dem Samstag vor der Demo, wird es auch am 23. Februar selbst eine Dauerkundgebung auf dem Pforzheimer Marktplatz und allerlei Aktionen geben.
Die sowohl auf die Naziproblematik als auch auf die Problematik der städtischen Geschichtspolitik, aufmerksam machen soll. Um auch wirklich aufzufallen ist euer Mitwirken gefragt. Deshalb seid kreativ, lasst euch was einfallen und kommt zahlreich!

Vokü, Zirkuszelt und Infostand ab 15 Uhr auf dem Pforzheimer Marktplatz

Zur Stellungnahme der CDU Fraktion zur Änderung der Resolution zum 23.Februar durch Florentin Goldmann

Florentin Goldmann (CDU) drückt auf die konservativ-bürgerliche Tränendrüse.

CDU kritisiert Haltung zu Linksextremisten
Neue Wortwahl in Resolution zum 23. Februar „nur auf den ersten Blick ein Schulterschluss“

„Linke Gewalttäter zählen offenbar zur Klientel der Grünen“

PK – Im Nachgang zur jüngsten Gemeinderatssitzung, bei der es – vor der Zustimmung mit nur einer Enthaltung – längere Diskussionen um die Wortwahl in der Resolution zum 23. Februar gab (der Pforzheimer Kurier berichtete), gab der CDU-Fraktionsvorsitzende Florentin Goldmann gestern nochmal eine schriftliche Erklärung ab. Darin heißt es, der nahezu einmütige Beschluss sei „nur auf den ersten Blick ein Schulterschluss der demokratischen Kräfte“.
Im Zuge der jetzigen CDU-Erklärung setzt sich Goldmann kritisch mit der Argumentation anderer Gemeinderäte auseinander. Die von der Gruppierung „Wir in Pforzheim“ begonnene Diskussion, ob der Gemeinderat nun rechtsextreme und linksextreme Gewalt ächte oder eben nur rechtsextrem motivierte und sonstige Gewalt, führe unweigerlich zu dem Schluss, dass Teile des Pforzheimer Gemeinderats eben doch links und rechts mit zweierlei Maß messen, meint Goldmann.
Für die CDU-Fraktion gelte, dass man fraglos die Mahnwache des rechtsextremistischen „Freundeskreises Ein Herz für Deutschland“ verabscheue. Ebenso unerträglich sei es aber auch, dass „linke gewaltbereite Gruppen“ den Pforzheimer Gedenktag nutzen, um die Konfrontation nicht nur mit den „Rechten“, sondern auch mit der Polizei zu suchen.
Das eine wie das andere instrumentalisiere und verhöhne die Opfer des Bombenangriffs vom 23. Februar 1945. Die Pforzheimer Bevölkerung darf nach Ansicht der CDU zu Recht erwarten, dass sich der Gemeinderat hier ganz klar positioniere. Wenn nun der Stadtrat der Partei „Die Linke“ erkläre, er könne schon allein des Namens wegen linksextremistische Gewalttäter nicht verurteilen, so spreche dies Bände über das Grundverständnis seiner Partei, meint Goldmann.
Außerdem schreibt der CDU-Fraktionschef wörtlich: „Die Tatsache aber, dass die Grüne Liste linke Gewalttäter offenbar zu ihrer Klientel zählt, deren Interessen sie wahren möchte, ist uns neu. Denn nur so können wir die Aussage des Stadtrates Axel Baumbusch verstehen, wonach so genannte gewaltbereite Autonome unpolitisch und nicht mit Linksextremisten gleichzusetzen seien. Wir bezweifeln dies stark. Selbstverständlich zählen sich die so genannten Autonomen zum linken Spektrum. Es ist unseres Wissens kein Fall dokumentiert, bei dem sich die Aggression der Autonomen gegen linke Demonstranten richtete. Diese Gruppe führt mit falschen, entschieden zu verurteilenden Mitteln den Kampf gegen Rechts.“
Es sei nach Auffassung der CDU-Fraktion keineswegs so, „dass sich die Resolution in der ursprünglichen Fassung gegen jene ausgesprochen hätte, die friedlich gegen die Mahnwache auf dem Wartberg demonstrieren wollen“. Für Florentin Goldmann steht fest, „dass es die Stadträte der Grünen Liste waren, die in der Debatte im Gemeinderat die friedlichen Demonstranten und die gewaltbereiten linken Extremisten in einen Topf geworfen haben, indem sie die weitere Differenzierung strikt abgelehnt haben“.
Für die CDU-Fraktion sind alle willkommen, „die sich in friedlichem Protest gegen die Mahnwache versammeln“. Denn sie unterstützten ein Anliegen unserer Stadt und ihrer Bürger: Das Gedenken an die Opfer des Bombenangriffs in Würde.

Wir verweisen auf die antifaschistischen Kampagnen der letzten Jahre und fordern Herrn Goldmann auf die Gewalt von der er spricht zu belegen; wir sind uns keiner Schuld bewusst.
Es hat ein wenig den Anschein als wäre es für Goldmann notwendig den Dogmen seiner Partei nach zu handeln, um nicht jegliche Glaubwürdigkeit und Position zu verlieren.
Wir sehen die Änderungen der Resolution zum 23.Februar als Fortschritt an, allerdings reicht eine solche formale Abänderung natürlich nicht aus, solange AntifaschistInnen in der Praxis rund um das besagte Datum noch immer mit den selben Repressionen (wie beispielsweise Konzertverbote, Kundgebungsverbote, etc.) zu rechnen haben wie vor der Textänderung.
Es geht um Geisteshaltungen wie jene von Herrn Goldmann, es geht um die sofortige Einstellung jedweder Gleichsetzung von Antifaschismus und NS-Hetze, es geht um ein Geschichtsbild in dem Täter-/Opferrollen klar definiert sind.
Kriege folgen ihrer eigenen Logik und sind als ganzes verbrecherisch, wer aber einen „Totalen Krieg“ beginnt, wie es das Deutsche Volk zu Zeiten des Nationalsozialismus getan hat und den Tod von Millionen von Menschen durch die Shoa zu verantworten hat, kann und darf sich niemals gegen jene stellen die versuchen zu verhindern, dass die geistigen Erben der damaligen deutschen TäterInnen wieder Fuß fassen können.

Aufruf zur Demonstration

Sa, 20. Feb. 14:00 Uhr Waisenhausplatz

rechtspfeil

Flagge zeigen gegen Rechts

Für ein Pforzheim ohne Nazimahnwache am 23.2.

Mahnwache des FHD
Seit 1994 veranstaltet der rechtsradikale „Freundeskreis ein Herz für Deutsch-land“(FHD) (fast)[1] jedes Jahr am 23. Februar eine Fackelmahnwache, um der „deutschen Opfer“ [2] des Angriffs auf Pforzheim 1945 und des 2. Weltkriegs zu gedenken.
Die Mahnwache ist mittlerweile mit 100 – 200 Teilnehmer/-innen die größte regelmäßige faschistische Veranstaltung in Baden-Württemberg. Das Gedenken an „deutsche Opfer“ ist für die sonst recht zerstrittene Bewegung in Deutschland das Bindeglied zwischen allen Gruppen. Die größten Nazidemonstrationen drehen sich immer um den 2. Weltkrieg, z.B. in Dresden am 13. Februar.[3]

Geschichte als Anknüpfungspunkt

Am 23. Februar wird der 17.000 Toten gedacht, die in Pforzheim ums Leben kamen. Meist werden dabei Erlebnisse von Pforzheimer/-innen während und nach dem Luftangriff aufgezeigt. Neben der Trauer um Verwandte, die viele Pforzheimer/-innen durchleben, wird auch gemeinschaftlich aller anderen Opfern des Krieges gedacht.
Es wird aber nur selten von den nationalsozialistischen Täter/-innen gesprochen. So entsteht leicht der Eindruck, dass Pforzheim zufällig kurz vor Kriegsende angegriffen wurde. Nur selten wird klar, dass es die Logik des von Nazi-Deutschland begonnenen und von der Bevölkerung mehrheitlich mitgetragenen Vernichtungskrieges war, die nun auch auf unsere Stadt zurückfiel.
Diese Geschichtsbetrachtung macht es den 100 – 200 Alt- und Neonazis auch dem Wart-berg leicht, mitzutrauern. Sie sehen sich und ihre Helden aus der Zeit Nazi-Deutschlands ebenso als Opfer des „Bombenkrieges“, bedienen sich der allgemeinen Trauerstimmung und reihen sich ein. Doch innerhalb ihres Gedenkens klammern sie einfach Gruppen wie Zwangsarbeiter/-innen oder Jüdinnen und Juden aus. Sie gehören ihrem Weltbild nach nicht zu den Opfern 2. Weltkrieges.

Warum gibt es so wenig Protest?

Die größte regelmäßige faschistische Veranstaltung in Baden-Württemberg erzeugt in Pforzheim bis jetzt keinen Protest, der auch wirklich breit aus der Bevölkerung heraus getragen wird. Zum einen liegt das am Charakter der Veranstaltung; über Jahre hinweg war nicht bekannt, dass es diese Mahnwache gibt. Zum anderen kann man sie leicht ignorieren, da sie in unbewohntem Gebiet stattfindet.
Gerade dieser Sonderstatus macht die Mahnwache gefährlich. Hier können Rechte aller Strömungen ungestört zusammenkommen, sich austauschen und Gemeinschaft erleben. Auf dem Wartberg herrscht eine beeindruckende Atmosphäre: Um 19:40 Uhr stehen sie dort, entzünden ihre Fackeln, kurz darauf beginnen in der ganzen Stadt für 20 Minuten die Glocken zu läuten, ansonsten herrscht andächtige Stille.
Diese Atmosphäre kann Einsteiger/-innen in die rechte Szene beeindrucken und alte Nazis festigen; es vermittelt allen, dass sie nicht alleine sind;
dass an den rechten Parolen schon was dran sein wird, weil es sich richtig anfühlt.

Die rechtsradikale Szene in Pforzheim

In Pforzheim gibt es nicht nur am 23. Februar eine aktive Naziszene. Zunehmend fällt eine wachsende, gewaltbereite rechtsradikale Jugendszene auf. So versuchten am 24. Oktober 2008 etwa 15 Neonazis aus dem Umfeld des „Heidnischen Sturmes Pforzheim“[4] ein Konzert der Aktion „Laut gegen Nazis“ anzugreifen. Mit Knüppeln, Pfefferspray und Flaschen begannen sie auf Besucher/-innen des Jugendzentrums Kupferdächle einzuschlagen.
Auch vor direkten gewaltätigen Überfällen auf einzelne Personen schrecken Pforzheimer Neonazis nicht zurück. Am 16. Mai jagten drei Neonazis einen 14jährigen auf Grund seiner Hautfarbe durch die Pforzheimer Nordstadt.
Einer der Täter wurden hier glücklicherweise ermittelt und in erster Instanz zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Insgesamt ist es der lokalen Naziszene mit der politschen Einflussnahme ernst. Dafür spricht, spricht, dass am 13. Februar 2009 ca. 50 Pforzheimer Neonazis mit einem eigenen Reisebus nach Dresden fuhren, und dort ein Transparent trugen mit der Aufschrift „Alliierter Bombenterror Dresden – Pforzheim“.

Fazit

Es geht eine direkte Bedrohung von der Pforzheimer Naziszene aus, die vor allem von Jugendlichen großen Zulauf erfährt. Der 23. Februar hat für die Szene eine große Bedeutung, da er sowohl nach außen ein „Markenzeichen“ ist, als auch nach innen die regionale Vernetzung stärkt.

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[1] 2002 konnte die Mahnwache durch antifaschistischen Gegenprotest verhindert werden. 2004 fiel der 23 .Februar auf einen Rosenmontag. Die Polizei konnte nicht für die Sicherkeit garantieren; der FHD sagte die Mahnwache im Vorfeld ab.

[2] Nazis verstehen unter Deutschen diejenigen, die sie zu ihrer konstruierten „Volksgemeinschaft“ zählen; so gehören beispielsweise Jüdinnen und Juden, Behinderte oder politische Gegner/-innen nicht zu den Deutschen.

[3] 2009 fand mit 6000 Teilnehmer/-innen einer der größten Naziaufmärsche in der Geschichte der Bundesrepublik statt.

[4] Der Heidnische Sturm Pforzheim ist eine 2005 gegründete, rechtsradikale Kameradschaft.

Veranstalter der Demonstration ist die
Initiative gegen Rechts

Aktuelle Infos zum 23. Februar gibt’s unter bka.blogsport.de

Solidarische Zustimmungsbekundung zum Text „Szeneperistaltik“

Die AutorInnen dieses Texts zu andauernden Streitereien zwischen „Antideutschen“ und „Antiimperialistischen“ Gruppen der Linken, haben es aus unserer Sicht geschafft eine vernünftige Analyse des Themas heraus zu arbeiten und zeigen fundiert die Problematik auf die aus Linkem Konservativismus folgen kann.

Szeneperistaltik

Verfasst von: anonym. Verfasst am: 10.01.2010

Gegen linken Konservatismus – zum ständigen Gezänk zwischen Antideutschen und Antiimps

Die Auseinandersetzungen im Gefolge der Verhinderung des Films „Pourqoi Israel?“ von Claude Lanzmann im Oktober ´09 im Hamburger Szenekino B-Movie, die nicht mehr zählbaren Papiere und Statements dafür oder dagegen, v.a. natürlich dagegen, die antideutsche Demo mit 350 TeilnehmerInnen und das beinah weltweite Aufsehen, das das aufgebrachte Geschrei um diese törichte Aktion ausgelöst hat, die noch gar nicht absehbaren Folgen für die Hamburger Linke sind Auslöser, das folgende niederzuschreiben.

Vorm B-Movie und in der Folge eskalierte ein seit Jahren schwelender Konflikt, der geprägt ist vom gegenseitigen Versuch zweier Strömungen einander mundtot zu machen. Das verbal und gelegentlich auch physisch mit brachialen Mitteln ausgetragene Gezänk von Antideutschen und Antiimps dominiert mal mehr, mal weniger Diskussionen und Praxis der radikalen Linken – und behindert sie damit enorm. Mal mehr, mal weniger gelingt es einem der Flügel, andere politische Strömungen für sich einzuspannen. Wir könnten uns damit beruhigen, daß hier geistige Not mit intellektuellem Elend eine selbstzerstörerische Symbiose eingehen. Letztendlich denunzieren beide Seiten sich mit ihren durchgeknallten Positionen selbst, könnten uns also egal sein, wenn, ja wenn ihre Auseinandersetzung nicht weit in die Linke hineinwirken würde – wie der breit getragene Aufruf zur antideutschen Demo am 13.12. gezeigt hat.

Es soll an dieser Stelle nicht um die konkrete Auseinandersetzung gehen, sondern wir werden Verhaltensweisen und Denkmuster kritisieren, die in der hiesigen Linken weit verbreitet sind. Hierin sehen wir die wirklichen Ursachen dafür, daß die Denunziation der sachlichen Auseinandersetzung vorgezogen wird, daß man sich bestenfalls ignoriert und schlimmstenfalls die Fäuste fliegen. In einer Zeit, in der es scheint, als könnten wir unsere Ziele niemals erreichen, verlagert sich das Interesse auf Nebenschauplätze, in die sodann alle Kraft gesteckt wird. Nach dem Motto, wenn wir das Schlechte dieser Gesellschaft schon nicht verändern können, wollen wir wenigstens in der eigenen Szene unsere moralischen Vorstellungen durchdrücken. Der andersdenkende Mitstreiter findet sich plötzlich in der Rolle des primären politischen Gegners wieder.

Rechthaberei und Verächtlichmachung anderer Positionen

Linker Konservatismus drückt sich in dem Axiom aus, nur der eigene Standpunkt sei der einzig richtige und alle anderen Positionen sind eigentlich nicht mehr links (in der Regel antisemitisch oder proimperialistisch).

Man lese dazu einmal antideutsche Texte. Die dortigen AutorInnen stilisieren sich wortreich zu Alleswissern und intellektuellen Alles-Zermalmern, die den angeblich in der Linken grassierenden Antisemitismus als einzige erkannt und kritisiert haben. Wo eine Kritik an der einseitigen und unsensiblen (weil unter Außerachtlassen des eigenen Standorts, nämlich dem Land der Shoah) Palästina-Solidarität dringend ist, kehren sie deren Argumentationsmuster um und verlangen eine unkritische Solidarität mit Israel als der Zufluchtsstätte für die Opfer des Antisemitismus. Sie blenden dabei aus, daß Israel eben nicht nur Refugium für Juden und Jüdinnen ist, sondern auch ein ganz normaler Nationalstaat und desweiteren ein Staat, der einen Anteil daran hat (aber keineswegs allein dafür verantwortlich zu machen ist), daß er immer noch nicht in Frieden mit seinen Nachbarn lebt. Israel ist eine historische Notwendigkeit, es besteht jedoch keine Ursache Israel zu glorifizieren.

Die antideutschen DenunziantInnen eines jeden linken Widerparts gebrauchen den Antisemitismus-Vorwurf derart inflationär, daß er in ihrer Argumentation, ohne daß sie dessen gewahr würden, jede Trennschärfe und analytische Qualität eingebüßt hat. Genau betrachtet verharmlosen Antideutsche auf diese Weise den real existierenden Antisemitismus.

Aber auch ihr selbst erwählter Contrepart (selbstgewählt von beiden Seiten), die sog. Antiimps (nach der gegenwärtigen Verwendung dieses Begriffs für AnhängerInnen einer sehr traditionellen und zumeist unkritischen Solidarität mit den verschiedensten antiimperialistischen Bewegungen weltweit), ist wenig mehr als die andere Seite dieser Medaille: Die Analysen, die ihrer trüben Gedankenwelt entspringen, sind ein lauwarmer Aufguß vergleichbarer Ansichten der 1980er Jahre. Sie sind den Antiimps quasi ewig gültige Wahrheiten. Neue Aspekte und Kritiken werden von ihnen nicht lediglich verworfen, vielmehr hat es den Anschein, als würde über sie gar nicht erst nachgedacht. Dem kritischen – wenn auch bestimmt nicht immer richtigen – Diskurs über Sinn und Unsinn von „Volksbefreiung“ oder „Antizionismus“ haben sie sich konsequent verweigert und geben in ihren Publikationen daher einen stets altbackenen, überkommenen Eindruck ab. Kritiken an tradierten Auffassungen in der Linken werden nur zur Kenntnis genommen, um Munition für die eigenen Erklärungen gegen die KritikerInnen zu gewinnen. Deshalb wirken Diskussionspapiere aus diesen Kreisen nicht nur ungeheuer angestaubt, sondern eben auch ahnungslos. Und ein Besuch in der B5 hat etwas von einer Zeitreise in die Vergangenheit.

Dieses Spektrum steht moderneren Formen des Antisemitismus hilflos gegenüber: Der hier immer wieder angeführte Vergleich einzelner Facetten der israelischen Besatzungspolitik mit den Verbrechen des deutschen Faschismus bestärkt letzendlich all jene, die die deutschen Verbrechen mit der „Erkenntnis“ verharmlosen möchten, wo anders gehe es doch ebenfalls recht übel zur Sache. Niemals wurde in diesen Kreisen zur Kenntnis genommen, wie sehr die NS-Vergleicherei in der deutschen Bevölkerung einer Schuldabwehr dient.

Moralischer Rigorismus

Beide Seiten sind in ihren Äußerungen und ihrem Handeln stark moralisch und weit weniger als sie selber sich gern darstellen von einer kritischen Gesellschaftsanalyse geprägt. Hinter ihrer Parteinahme für jeweils eine Seite des Israel-Palästina-Konflikts verschwinden Auseinandersetzungen in unserer Gesellschaft zwar nicht vollständig, werden aber zur Randerscheinung. Die moralisch fundierte Parteinahme entweder für „die“ PalästinenserInnen oder „die“ Israelis führt zu einem Austrag eines stellvertretenden Nahost-Konflikts in der BRD, wie er absurder nicht sein könnte. Beide Seiten verstecken sich hinter Nationalstaaten resp. Nationalstaatsgründungsorganisationen und sind in derem bürgerlichen Denken gefangen. Auf der einen Seite Verherrlichung der imperialistischen Staaten als „Zivilisation“, auf der anderen Seite ein völlig verlotterter Halbmarxismus, der bestenfalls auf die Unterstützung staatskapitalistischer Elendsverwaltung hinausläuft. Es drängt sich der Eindruck auf, daß sich, je handlungsunfähiger und gesellschaftlich marginalisierter die deutsche Linke ist, umso lauthalser der Antideutschen-Antiimp-Streit in den Mittelpunkt zu drängen vermag.

Suche nach Identität

Die bürgerliche Gesellschaft erzeugt ständig neu Konformität – nur wer mitmacht und Einverständnis bekundet ist ihr akzeptiertes Mitglied – alle anderen setzen sich der Gefahr aus, in eine Außenseiterposition abgedrängt zu werden. Auf der anderen Seite ist ausschließlich „graue Masse“ langweilig (und damit auch geschäftsschädigend), so daß ständig der Ruf nach dem Besonderen, Einzigarten laut wird, das der oder die Einzelne darzustellen habe. So wird die eingeforderte Individualität zur Attitüde, zur Distinktion zum Zwecke gesellschaftlicher Teilhabe. Die Möglichkeiten der Zugehörigkeit zu allerlei Szenen, des Angebots diverser Moden, unter einer Unzahl von Hobbies auszuwählen oder des Anhängens an Traditionen, helfen nach außen eine Persönlichkeit darzustellen (eben auch da, wo gar keine vorhanden ist).

Neben vielen anderen Varianten, sich ein Image als pseudoindividuelles Kennzeichen zu verschaffen, macht – was zunächst widersinnig klingt – auch linke Politik unausgesprochen Angebote einer Identitätsfindung außerhalb des gesellschaftlichen Mainstreams. Welcher links orientierte Jugendliche bewundert nicht den gesetzlosen Militanten, den weder Normen noch deren staatliche VollstreckerInnen zu interessieren scheinen.

Antiimps und Antideutsche haben hier ganz einzigartige Angebote zu machen, um sich einer In-Group zugehörig fühlen zu können und sich von der „Masse“ auch der übrigen Linken abzugrenzen. Diese stete Abgrenzung von „den Anderen“ ist konstitutives Moment beider Strömungen, wie sie sich derzeit präsentieren; womöglich gäbe es beide ohne diese Abgrenzungspolitik gar nicht. Während das theoretische Rüstzeug der einen zu flach, ihre Außendarstellung (in diesen Kreisen noch ganz klassisch als Agitation und Propaganda bezeichnet) zu altmodisch ist, um Anziehungskraft zu entfalten, ist das Gedankengebäude der anderen zu absurd, um ohne identitäre Motivationen des Mitmachens auszukommen.

Beide Strömungen haben ein eigenes, unverwechselbares Erscheinungsbild entwickelt. Während die Antideutschen sich gern sehr modern, der Zeit voraus, gerieren und sich das Image der entschiedensten KritikerInnen anmaßen, geben sich die Antiimps hemdsärmlig als die entschlossensten Fighter gegen den Imperialismus. Beispielhaft mag für die ersten der Name einer dieser Truppen stehen: „sous la plage“ heißt übersetzt „unter dem Strand“ und rekurriert auf die ´70er Parole „unter dem Pflaster liegt der Strand“: Sie schürfen eben noch tiefer und sehen nach, was denn unter dem Strand noch zu finden wäre. Für zweitere ist die gern ´mal – scheinbar nur nebenbei – eingesträute Bemerkung charakteristisch, wenn sie wegen ihre Gewaltbereitschaft innerhalb der Linken kritisiert werden, dies sei doch gar nicht so gravierend, mensch habe schließlich auch ehemalige Guerillakämpfer in den eigenen Reihen (und unausgesprochen: diese echten Kerle sind ganz anderes gewohnt). Aus diesem ganzen Gehabe spricht mehr Eitelkeit als Ernsthaftigkeit in der politischen Auseinandersetzung. Aber: Beide brauchen´s, um ihre Läden zusammenzuhalten, daher ihre Unbedingheit und Kompromißlosigkeit.

Perspektivlosigkeit

Beide Seiten der Medaille sind auch ein Ausfluß der derzeitigen Perspektivlosigkeit linksradikaler Politik. Die Antideutschen haben daraus den Schluß gezogen, daß, wenn es mit der (welt)revolutionären Veränderung schon keinen Zweck mehr habe, mensch wenigstens verhindern solle, daß sich das schlimmste Menschheitsverbrechen der Moderne – der Holocaust – wiederhole. Dieses ehrenwerte Anliegen wurde von einigen AkteurInnen im Laufe der Zeit in eine Lobbyarbeit für die israelische Regierungspolitik überführt und damit der Lächerlichkeit preisgegeben. Eine ernsthafte Analyse und Bekämpfung des real existierenden Antisemitismus hierzulande findet in diesen Kreisen längst nicht mehr statt. Sie haben den schwerwiegenden Vorwurf des Antisemitismus zum Schlagwort in innerlinkem Macht- und Einflußgerangel verkommen lassen. Aber auch die Antiimps haben ihre Kompensation der hiesigen unerfreulichen Zustände durch die Projektion ihres romantisch verklärten bewaffneten Kampfes auf alles, was irgendwo in der Welt knallt und schießt, gefunden. Dabei lassen sie allzugern außer acht, was da für AkteurInnen auf dem Platz stehen. Es sollte doch eigentlich selbstverständlich sein, daß, wenn man sich irgendwie auf Palästina bezieht, mitgedacht werden muß, daß die dortigen Hauptbeteiligten des „Widerstands“ eben die faschistoiden IslamistInnen der Hamas sind. Wer das unterschlägt oder gar mit der Parole verteidigt, diese seien „objektiv antiimperialistisch“, weil sie eben gegen Israel und die USA kämpften, hat das Ziel einer befreiten Gesellschaft aus den Augen verloren.

Ihre Art von Theorie ist beiden Seiten nicht Teil ihres Ringens um eine bessere Welt, sondern ein Haltegriff, um in den komplizierten tatgtäglichen Auseinandersetzungen nicht ins Schlingern zu geraten. Die einen schätzen es, in einer bemüht akademischen Sprache mit ihren Theorieversatzstücken um sich zu schmeißen. Nachwuchsantideutsche sind häufig als Jugendliche in die autonome Szene gegangen und mußten später bei ihren ersten intellektuellen Gehversuchen an der Universität feststellen, daß ihre eigenen Szene theoretisch kaum unterfüttert ist. In dieser Situation bieten sich die Antideutschen mit ihrem Sprachbombast geradezu an zum Erwerb der nun neuen Identität als kritische Intellektuelle. Wer antideutsche Texte liest, wird feststellen, daß zumeist mit einem elaborierten Sprach- und Formulierungsschatz umgegangen wird, daß aber der Inhalt dazu in keinem Verhältnis steht. Sprache wird hier auf Distinktion getrimmt und reduziert.

Ihr Antiimp-Pendant kommt da ganz anders und doch so gleich daher. Auch hier kommt es nicht vornehmlich auf die Richtigkeit dessen, was mensch sagt (oder schreibt), an, sondern darauf, wie es vorgetragen wird. Wo das Image des gestählten, seiner selbst absolut sicheren Kämpfers dargeboten werden soll, muß die Theorie dem entsprechen. Ihr Inhalt hat sich seit bald 100 Jahren nicht verändert, abgesehen von einem Update in den ´70ern, ihre Wahrheiten sind die stets gleichen, immerwährenden. Der dort geliebte Leninismus oder Maoismus wird auf griffige Formeln ´runtergebrochen. Wenn aber ein Theoriegebäude seit mehreren Jahrzehnten nicht verändert wurde, bedeutet dies entweder, die Welt hat sich nicht gewandelt oder die Theorie ist längst überholt. Aber auch sollte letzteres der Fall sein, in Antiimp-Kreisen würd´s eh keinen stören!

Politische Theorie dient beiden Strömungen nur der gegenseitigen Identitätsversicherung und will weit weniger zu einer Auseinandersetzung über die Welt, in der wir leben, und wie sie zu verändern wäre, beitragen. Die moralische Reinheit der eigenen Szene, ihrer Ideen und Veröffentlichungen ist beiden weit wichtiger als der Versuch, zu überzeugen, Menschen für die Vorstellungen einer anderen Welt zu gewinnen. Weder Antideutsche noch Antiimps tragen zur gesellschaftlichen Emanzipation bei. Hier nicht – und auch nicht in Israel und Palästina.

Beiden Seiten ist der Gedanke fremd, daß eine radikale Linke Veränderung nicht nur erfordert, sondern daß sie geradezu ihr Bewegungsprinzip ist. Als EinwohnerInnen eines bürgerlichen Staates, die eine andere, freie Gesellschaft anstreben, frei von Ausbeutung und Unterdrückung, dafür selbstbestimmt und kollektiv organisiert, stehen wir täglich zwischen dem, was uns diese Gesellschaft aufzwingt, zwischen bürgerlichen Verhaltensweisen, die wir jahrzahntelang eingeübt haben, und dem, wohin wir wollen. So gesehen sind Fehler vollkommen unvermeidlich. Sie sind auch überhaupt nichts Schlimmes, solange wir bereit sind, aus ihnen zu lernen. Der Wille zu verändern, auch sich selbst zu verändern, gefaßte Standpunkte zu revidieren, die politische Praxis immer wieder zu überprüfen und eingefahrene Wege zu verlassen ist ein konstitutives Element jeder linksradikalen, revolutionären Bewegung!

Link zu Indymedia Linksunten: Szeneperistalitik

FAU: Verboten Kämpferisch! Gewerkschaftsfreiheit verteidigen!

Aufruf zur Bildungsdemo am Mittwoch | 2.12. | 14 Uhr | Waisenhausplatz

Am Mittwoch, den 2. Dezember veranstaltet der AstA der Hochschule
Pforzheim eine Demonstration unter dem Motto „Mehr Gold für Bildung“.
Beginn ist 14 Uhr am Waisenhausplatz. Die Demonstration findet im Rahmen
des bundesweiten Bildungsstreiks statt. Neben Studierenden sind auch
SchülerInnen, Auszubildende und alle BürgerInnen Pforzheims dazu
aufgerufen, sich zu beteiligen.
Wir als Gruppe alert|a begrüßen dieses Engagement und rufen ebenfalls zu
einer breiten Beteiligung auf. Max Kraft, unser Pressesprecher dazu:
„Wir halten die aktuellen Bildungsproteste für wichtig und richtig; die
breite Bewegung für bessere Bildungs- und Lebensbedingungen ist auch
eines unserer Kernziele. Dabei ist es jedoch wichtig, nicht nur einzelne
Symptome wie Studiengebühren und das Bachelor/Mastersystem zu
kritisieren, sondern weiterzugehen: Die Ursache für Leistungsdruck und
Auslese ist eine Wirtschaft, die auf Konkurrenz basiert. Dem stellen wir
die Forderung nach einer solidarischen Gesellschaft gegenüber – der
erste Schritt dazu ist die Solidarisierung der Protestierenden der
Hochschulen, Unis, Schulen und Betrieben untereinander!“

Bildung für alle – und zwar umsonst!

Debatte: Antifa heißt…?


Seit 2007 tauschen sich im Antifaschistischen Infoblatt verschiedene Gruppen über den Stand und die Zukunft antifaschistischer Politik aus. An dieser Stelle sind die bisher erschienenen Debattenbeiträge in chronologischer Reihenfolge nachzulesen.

Extremismus der Vernunft

Autonome Antifa [f] (Frankfurt/Main)
| AIB 83, 2/2009 | lesen

… Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

VVN-BdA (Berlin) | AIB 82, 1/2009 | lesen

… mehr als Boxen und Bücher lesen?
Theorie Organisation Praxis (Berlin) | AIB 81, 2008/09 | lesen

… radikale Gesellschaftskritik!
Leipziger Antifa Gruppe | AIB 80, 3/2008 | lesen

… zusammen kämpfen, auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!
Antifaschistische Linke International (Göttingen) | AIB 79, 2/2008 | lesen

… Angriff!
Antifaschistische Linke Berlin | AIB 77, 4/2007 | lesen

Antifa heißt …?
NS-Verherrlichung stoppen | AIB 76, 3/2007 | lesen

Dortmund: Libertäre und Antinationale Vorabenddemo

Am 4. September findet in Dortmund anlässlich des neonazistischen „Antikriegstages“ eine libertäre und antinationale Vorabenddemo statt. Die Demonstration ist organisiert von der Anarchistisch-Syndikalistischen Jugend NRW und anderen linksradikalen Gruppen. Unterstützt von der FAU Region West will die ASJ eigene Akzente setzen und einer fehlenden libertären Perspektive im Ruhrgebiet entgegentreten!

Das kurze „warum überhaupt der 4. September?“
Antifaschismus ist seit jeher ein fester Bestandteil im Alltag von vielen jungen und älteren AnarchosyndikalistInnen, jedoch seltener konkret das Aktionsfeld von FAU oder ASJ als Organisationen.
„Allein dieser Fakt zeigt, dass es Zeitpunkte gibt, an denen wir nicht mehr nur als Einzelne die Antifa-Bewegung unterstützen, sondern selbst alle Kraft aufwenden müssen, um einem erstarkenden und aggressiven Neonazismus die Stirn zu bieten. Das ist in Dortmund eindeutig gegeben“ so ein Sprecher der ASJ Recklinghausen.„Wir müssen uns bewusst sein, dass die Etablierung unserer Politik erst mit der Lösung des Naziproblems in Dortmund und Umgebung erfolgreich sein kann, da aus diesen gewaltbereiten und aggressiven Strukturen eine tägliche Gefahr ausgeht, mit der sich die Menschen konfrontiert sehen.“

Eine Sprecherin fügt hinzu: „Ferner kann es einfach nicht sein, das antifaschistische Arbeit in Dortmund und dem Ruhrpott ausschließlich einen antideutschen Stempel hat. Wir setzen mit einer libertären und antinationalen Demonstration im Ruhrgebiet, die eigens versucht Menschen zu erreichen anstatt durch gewisse Gebärden eher abschreckend zu wirken, ein ganz eigenes und seltenes Zeichen.“

Für Libertäre spielt eine Auseinandersetzung mit Nationalismus und Krieg eine wichtige Rolle, und gerade aus anarchosyndikalistischer Perspektive sind sie reaktionäre Strömungen, die die kapitalistischen Verhältnisse aufrechterhalten und fruchtbaren Nährboden für Faschismus liefern.
Dortmund entwickelt sich zu einer Hochburg der Neonaziszene, und hier im besonderen dem der sogenannten „autonomen Nationalisten“ die den Stadtteil Dorstfeld komplett für sich als national befreite Zone beanspruchen. Angriffe auf die marginalen alternativen Treffpunkte und auf Menschen mit Migrationshintergrund oder als „Links“ deklarierte Menschen sind Alltag in Dortmund, daran ermahnt nicht zuletzt der Mord an den Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz. Konflikte zwischen „Antideutschen“ und „AntiImps“ lähmten die Bemühungen um Antifa-Arbeit und schreckte viele AntifaschistInnen ab.
Die ASJ-NRW will hier mit der FAU den Grundstein legen, gegen die größte jährliche Demonstation „autonomer Nationalisten“ ein neues Zeichen zu setzen, und für eine eigene Position zu werben – antinational, klassenkämpferisch und libertär!

Auf nach Dortmund – gegen Krieg und Nationalismus!

Nationalismus überwinden – Grenzen einreißen!

In einem Interview beziehen die Gruppen noch einmal Stellung zum 4. und 5. September.

Der Aufruf der
ASJ-NRW
versucht die Zusammenhänge von Nationalimus und Krieg als unweigerlich aufeinander aufbauend zu analysieren und selbstverständlich nicht halt vor Kapitalimus und seiner Realität zu machen.

Aufrufende und unterstützende Gruppen zum 4.09.

ASJ-NRW
FAU Region West
FAU Hannover

ASJ Berlin

UnterstützerInnen für den 5.09

ASJ Duisburg
ASJ Herne/Recklinghausen
FAU Dortmund
ASJ Bonn

action, mond & sterne

Action, Mond und Sterne… Sternenhimmel, Sommernacht, Waldrand…
Zelte, Diskussionen, Seminare…
Ein kleines Festival mitten im Wald.

Die Ruhe genießen und ihr selbstbestimmte Aktion entgegensetzen. An Utopien basteln, gemeinsam träumen und Pläne schmieden, vegan kochen und essen und für eine andere Welt üben. Jonglage, Poi, Slackline, Kräuter sammeln und den Wald erkunden, über Geschlechterverhältnisse diskutieren und mehr über die Kritik der politischen Ökonomie lernen.

Unser Wissen weitertragen, voneinander lernen.
Das alles natürlich bunt und selbstverwaltet und mitten im Sommer da träumt und zeltet es sich einfach leichter.

Parole: Uns bilden, andere bilden, Banden bilden!

Homepage des action, mond und sterne
action, mond und sterne bei myspace

Nazis, Nazis immer wieder Nazis

Dass es in Pforzheim eine organisierte Neonaziszene gibt ist lange keine Geheimnis mehr, verschiedene antifaschistische Gruppen machen seit Jahren darauf aufmerksam. Unzählige Übergriffe der Neonazis wurden dokumentiert und veröffentlicht, Flugblätter gedruckt, Infoveranstaltungen, Demonstrationen und Aktionen organisiert.

Dem krassen Erstarken der neonazistischen Szene konnte zwar hin und wieder, der ein oder andere Seitenhieb verpasst werden, doch kaum jemand, außer den Betroffenen selbst, interessierte sich in Pforzheim bisher für Nazischläger und die
menschenverachtende Propaganda, die diese verbreiten.

Erst seit dem widerlichen Vorfall im Januar am Kepler Gymnasium, wo AntisemitInnen einen Jüdischen Mitschüler mobbten und vor seine Haustür urinierten, während sie antijüdische Parolen riefen gibt es ein gesteigertes öffentliches
Interesse an der Pforzheimer Neonaziszene.

Zu dieser Zeit kam es auch immer wieder zu Naziprovokationen im alternativen Cafe Havana, kurz danach wurden etliche Nazischmierereien im Enzkreis endeckt. Nur einige Wochen später wurden dann jugendliche Punks am, von Alternativen
geprägten, Waisenhausplatz von einer Gruppe Parolen grölender Neonazis angegriffen. Auch sind in der ganzen Stadt Naziaufkleber verklebt worden, u.A. mit der Aufschrift „Dromneduj“, was sich rückwärts „Judenmord“ liest.

Nun wurde am vergangenen Samstag den 16.05.09 ein 14 Jähriger dunkelhäutiger Jugendlicher von drei ca. 30 Jährigen
Rassisten angegriffen. Dieser Angriff zeigte auf widerliche Weise wieder, dass das Motiv das diese Rassisten dazu Antrieb jemanden aufgrund der Hautfarbe anzugreifen, nicht wie von offizieller Seite in letzter Zeit häufig geäußert, ein Problem
“fehlgeleiteter Jugendlicher” und “betrunkener Einzeltäter” ist.

Jetzt soll in der unmittelbaren Nähe zu dem Ort des Angriffes in der Bertholdstraße 18 am 5.Juni ein “Szene-Laden” mit Tattostudio eröffnen,mit im Sortiment die bekannten Neonazimarken: Thor Steinar und Hatecore. Der Mitbesitzer des Ladens, Peter Stedry ist unter anderem “Anführer” der rechtsoffenen Pforzheimer Hooligantruppe “Boys United”, neben ihm sind dort auch bekannte Pforzheimer Neonazis wie Phillip Fleck und Jörg Schippers organisiert.

Update 26. Mai:
Die Hausbesitzer kündigten dem Ladenbesitzer die Räumlichkeiten nachdem verschiedene Gruppen und Einzelpersonen ihren Unmut äußerten und Proteste ankündigten.

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In einer Stadt, in der den lokalen linken und antifaschistischen Initiativen mit verschiedensten Schikanen seit Jahren die Arbeit erschwert wird. In einer Stadt , in der selbst Organisationen wie dem „DGB“ oder der „VVN/BdA“ eine Ausstellung über den “Neofaschismus in der BRD” fast verunmöglicht wurde, weil sich lokale CDU-Größen wie Stefan Mappus an einer Tafel störten, auf der die sogenannte Grauzone zwischen Konservatismus und Faschismus benannt wird. In der die Polizei über Jahre hinweg konsequent Neonazisübergriffe herunterspielt oder sogar leugnet, braucht man sich über eine selbstbewußte und starke Naziszene nicht wundern.

Es wird ein weiteres mal deutlich, dass wir uns nicht auf Stadt, Staat und Polizei verlassen dürfen, sondern die Dinge selbst in die Hand nehmen müssen. Es ist wichtig sich mit der weitgehenden Akzeptanz gegenüber RassistInnen, AntisemitInnen
und Nazis nicht abzufinden, sich zu organisieren und gemeinsam gegen diese Menschenverachtenden Ideologien zu kämpfen.

 

 


Dokumentation:

Die schwerwiegendsten Beispiele der Neonaziangriffe der letzten 10 Jahre sind hier kurz dokumentiert, eine vollständige Auflistung aller Vorfälle ist uns aus Platz und Zeitgründen leider nicht möglich.


Am 20. Februar 1998 wurde ein damals 15 Jähriger Junge von einer Gruppe von mindestens vier Neonazis schwer verletzt in einem Fluss zurückgelassen. Die Tritte mit Springerstiefeln gegen seinen Kopf, bei denen er auch mehrere Zähne verlor, zeigen, dass sogar der Tod des Opfers durchaus in Kauf genommen wurde. Er wurde angegriffen, weil er von einer
Veranstaltung der damaligen Gruppe „Antifa Pforzheim“ kam.


Am 10. Mai 1998 stach ein bis heute aktiver Pforzheimer Neonazi einen Jugendlichen ab, Grund war dessen dunkle Hautfarbe. Der Nazi hatte ein Jahr zuvor ein Auto eines Türken mit einem Brandsatz angesteckt.


Am 9. November(Jahrestag der Reichspogromnacht) 1998 wurde das linke Jugendzentrum „AZ Schlauch“ zum Ziel eines Anschlages mit mehreren Tausend Mark Sachschaden, am 1. Januar 1999 verübten Neonazis einen weiteren Anschlag auf das Jugendzentrum.


Im Sommer 2004 kam es zu zahlreichen Angriffen auf alternative Jugendliche rund um den Waisenhausplatz, bei einem dieser Angriffe schossen Neonazis einem Jugendlichen aus
kürzester Distanz mit einer Gaspistole ins Gesicht. Die Folgen waren eine verätzte Hornhaut und Zahlreiche geplatzte Gesichtsporen.


Am 16.07.2005 griffen circa 15 Neonazis eine Antifakundgebung an, nur durch Zufall wurde niemand verletzt. An dem Übergriff beteiligt war auch der Brandstifter und Messerstecher
der weiter oben bereits genannt wurde.


Immer wieder kam es in den letzten Jahren zu Auseinandersetzungen zwischen Neonazis und AntifaschistInnen, so beispielsweiße während der Fußball – EM 2008 als Neonazis mit Sieg-Heil Rufen den Autokorso begleiteten und zwei junge Männer angriffen – was die Neonazis nicht wußten: einige FreundInnen der Angegriffenen waren in unmittelbarer Nähe und konnten die Neonazis körperlich verweisen.


Im Oktober 2008 kam es zu einem bewaffneten Angriff auf ein „Laut gegen Nazis“ Konzert, an dem auch Jonathan Stumpf und Phillip Fleck beteiligt waren. Die angegriffenen AntifaschistInnen setzten sich zur wehr und konnten die Nazis zurückschlagen, zwei der Angegriffenen wurden verletzt. Phillip Fleck wurde festgesetzt und von der Polizei mitgenommen, die ihn einige Minuten später wieder auf freien Fuß setzte.

 

Hinzu kommen eine Vielzahl nicht erwähnter Friedhofsschändungen, Schmierereien, Angriffe, Hetzflugblätter und Drohbriefe.


Presseberichte:

17.05.09 Pforzheimer Zeitung: Glatzköpfe greifen angeblich jungen Afrikaner an

18.05.09 Pforzheimer Zeitung:  Mehrere Zeugen bestätigen Hatz auf Jugendlichen

25.05.09 Pforzheimer Zeitung: Angst vor Neonazis in der Nordstadt

25.05.09 Pforzheimer Zeitung: „Afrika-Präsenz“ will Protestmarsch zum Rathaus organisieren

26.05.09 Pforzheimer Zeitung: Mietvertrag für möglichen Neonazi-Laden geplatzt

Straßenfest

Flyer zum Straßenfest
Wir, der Kulturschock-Pforzheim e.V. werden mit vielen anderen Gruppen und Einzelpersonen am 22.05.2009 ab 16 Uhr eine Kundgebung im Benckiserpark in Pforzheim durchführen. Uns geht es dabei um die Forderung nach subkulturellem und unkommerziellem Freiraum in Pforzheim.

Gründe für solchen Freiraum gibt es genügend. Exemplarisch hierfür sind zum einen die ständigen Konzertverbote in öffentlichen Einrichtungen wie dem Haus der Jugend und zum anderen die an dem Mainstream orientierten Freizeitangebote in Pforzheim. Alternativer Kulturarbeit wird ein Riegel vorgeschoben. Wir wollen selbstorganisiert und basisdemokratisch Kultur machen, gemeinsam nach unseren Ideen und Bedürfnissen Veranstaltungen organisieren.

Unterschiede in den Ambitionen und Sichtweisen machen Kultur, wie wir sie verstehen interessant und ermöglichen das Ansprechen verschiedener Zielgruppen ohne sich zu widersprechen – offen für alle zu sein ist einer der Grundsätze. Wir finden aber eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen weiterhin wichtig. Wir werden uns weiterhin von Sexismus, Rassismus und Antisemitismus distanzieren und diesen keine Plattform bieten.

Kommt am 22.05.09 ab 16 Uhr in den Benckiserpark in Pforzheim, feiert und demonstriert mit uns, für Selbstbestimmung und kulturelle Vielfalt.

Wenn ihr diesen Aufruf unterstützen oder euch selbst an der Aktion beteiligen (Infostand, Programm, Aufbau;-) …) wollt schreibt uns einfach eine E-Mail, wir freuen uns auf euch.

kontakt@kulturschock-pforzheim.de

Aktuelle Unterstützerliste:

SJD- die Falken Pforzheim, Solid Pforzheim – Enzkreis, Subkultura.org, straightinyourhead.de, Infoladen Pforzheim, Decision of Mephisto Pforzheim, Die Partei OV Pforzheim, Lafftrak Köln, Karmacopter Mannheim, 3 Penny Jenny Karlsruhe, Noisymess Konzertgruppe Pforzheim, Harcorefest Konzertorga aus Pforzheim, Next Steffi Karlsruhe, F+B Records, Hausnummer12, kurdischer Elternverein Pforzheim, CWDR (tamilische Frauengruppe) Pforzheim und die Grüne Jugend Pforzheim/Enz.

Mehr Infos gibt es auf http://kulturschock-pforzheim.de

Straßen aus Zucker

Achtung Nazis

Am 1.Mai besuchten militante Neonazis des Heidnische Sturm Pforzheim die Demonstration der JN Baden Würrtemberg.
Hier dokumentieren wir einige Fotos:





Die Fotografien sind über Recherche Nord zu beziehen.

Für ein selbstverwaltetes Kulturzentrum !

Wir werden mit vielen anderen Gruppen und Einzelpersonen am 22.05.2009 ab 18 Uhr eine Kundgebung auf dem Waisenhausplatz in Pforzheim durchführen. Uns geht es dabei um die Forderung nach subkulturellem und unkommerziellem Freiraum in Pforzheim.

Gründe für solchen Freiraum gibt es genügend. Exemplarisch hierfür sind zum einen die ständigen Konzertverbote in öffentlichen Einrichtungen wie dem Haus der Jugend und zum anderen die an dem Mainstream orientierten Freizeitangebote in Pforzheim. Alternativer Kulturarbeit wird ein Riegel vorgeschoben. Wir wollen selbstorganisiert und basisdemokratisch Kultur machen, gemeinsam nach unseren Ideen und Bedürfnissen Veranstaltungen organisieren.

Unterschiede in den Ambitionen und Sichtweisen machen Kultur, wie wir sie verstehen interessant und ermöglichen das Ansprechen verschiedener Zielgruppen ohne sich zu widersprechen – offen für alle zu sein ist einer der Grundsätze. Wir finden aber eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen weiterhin wichtig. Wir werden uns weiterhin von Sexismus, Rassismus und Antisemitismus distanzieren und diesen keine Plattform bieten.

Kommt am 22.05.09 ab 18 Uhr an den Waisenhausplatz in Pforzheim, feiert und demonstriert mit uns, für Selbstbestimmung und kulturelle Vielfalt.

Wenn ihr diesen Aufruf unterstützen oder euch selbst an der Aktion beteiligen (Infostand, Programm, Aufbau;-) …) wollt schreibt uns einfach eine E-Mail, wir freuen uns auf euch.

kontakt@kulturschock-pforzheim.de

Aktuelle Unterstützerliste:

SJD- die Falken Pforzheim, Solid Pforzheim – Enzkreis, Subkultura.org, straightinyourhead.de, Infoladen Pforzheim, Decision of Mephisto Pforzheim, Die Partei OV Pforzheim, Lafftrak Köln, Karmacopter Mannheim, 3 Penny Jenny Karlsruhe, Noisymess Konzertgruppe Pforzheim, Harcorefest Konzertorga aus Pforzheim, alert|a -Praxis|Organisation|Theorie

Mehr Infos gibt es auf http://kulturschock-pforzheim.de

Karlsruhe: Interview zu Freiraum-Demo am kommenden Samstag

Für kommenden Samstag ist eine Demonstration in Karlsruhe angekündigt, die sich mit den ehemaligen BesetzerInnen des „Besetzten Haus“ in Erfurt solidarisieren und für Autonome Freiräume kämpfen will. Dazu ein Interview mit Stephanie Kambeck, Sprecherin der Initiative für mehr selbstverwaltete Freiräume in Karlsruhe und überall.

Ihr habt für kommenden Samstag eine Demonstration in Karlsruhe angekündigt. Das Motto ist „Autonome Freiräume schaffen und verteidigen“, warum wollt ihr zu diesem Zeitpunkt auf die Straße gehen?

Stephanie Kambeck: Es gibt mehrere Gründe am Samstag in der Karlsruher Innenstadt unseren Protest zum Ausdruck zu bringen. Zum einen wurde vergangene Woche das seit acht Jahren besetzte Haus in Erfurt gewaltsam von hunderten Polizei- und SEK-Beamten; Hubschraubern und Tränengas geräumt. Das Haus auf dem ehemaligen „Topf & Söhne“-Gelände leistete nicht nur erfolgreiche politische und kulturelle Arbeit in Selbstverwaltung, die BesetzerInnen machten zudem auf die besondere Geschichte des Geländes und die Verbrechen des Nationalsozialismus aufmerksam. Insbesondere mit den Erfurter BesetzerInnen wollen wir am Samstag unsere Solidarität zeigen. Ähnliche Aktionen und Demonstrationen gab es bereits bundesweit in zahlreichen Städten.
Außerdem sind wir in Karlsruhe bereits seit mindestens drei Jahren mit einer ähnlichen Tristesse konfrontiert. Im April 2006 wurde das selbstverwaltete Wohn- und Kulturprojekt Ex-Steffi ebenso gewaltsam geräumt.


Du sprichst die „Ex-Steffi“ an. Dazu gab es in Karlsruhe ja auch jahrelange Auseinandersetzungen. Wie ist die Situation heute?


Kambeck:
Ja, die Ex-Steffi wurde mit dem Argument geräumt, einen Technologiepark auf dem Gelände hinter dem Hauptbahnhof errichten zu wollen. Doch auch heute, drei Jahre nach der Räumung, ist die einzige Attraktion ein kostenpflichtiger Parkplatz, der täglich von bis zu drei Autos frequentiert ist. Unsere damaligen Vermutungen haben sich bestätigt. Die Stadtverwaltung Karlsruhe wollte mit der Räumung von Anfang an nicht die Realisierung eines „TIME-Parks“ vorantreiben, sondern vielmehr ein unliebsames, weil unkontrollierbares Stück Karlsruher Kultur zerstören.


Stichwort Kultur in Karlsruhe. Wie steht es damit aus eurer Sicht?

Kambeck: Hier zeigt sich deutlich, der eklatante Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Wer auf den Gedanken kam, Karlsruhe als Europäische Kulturhauptstadt zu bewerben, kann lange nicht mehr außer (Rat-)Haus gewesen sein. Außer Einheitsbrei aus Großraumdiskotheken, völlig überteuerten Kommerzschuppen und vermeintlicher Hochkultur, die nur Großverdienenden zugänglich ist, hat Karlsruhe nichts zu bieten. Die Stadt versucht auf dem Schlachthofgelände einen Kulturpark zu errichten. Doch statt dort kreativen Ideen Raum zu geben, soll nach einem vorgegebenen und mit viel Geld begleitetem Konzept vom Reißbrett, ein Kulturangebot geschaffen werden, das sich vom bestehenden Angebot nicht unterscheidet und auch noch seit quälend langer Zeit vom Scheitern bedroht ist. Wir fordern endlich eine kulturelle Vielfalt, die aber nur durch Kultur von unten sowie Raum für selbstorganisierte und unkommerzielle Kultur entstehen kann.

Bisher ist Eure Demonstration noch nicht angemeldet, warum?

Kambeck:
Bisher hat sich einfach noch keine Person gefunden, die sich bereit erklärt hat, die Demonstration anzumelden. Dies ist meiner Meinung nach eine logische Konsequenz aus der aktuellen Repression gegen Anmelder von Demonstrationen. So läuft aktuell noch ein Verfahren gegen den Anmelder der Demonstration in Karlsruhe im Vorfelds des G8-Gipfels. In anderen Städten gibt es ähnliche Fälle willkürlicher Repression, die wie die aktuelle Gesetzesinitiative der baden-württembergischen Landesregierung zur Verschärfung des Versammlungsgesetzes das Ziel hat, unliebsame Demonstrationen zu verunmöglichen. Unser Ziel ist trotzdem, unseren Protest mit einer entschlossenen und kraftvollen Demonstration deutlich sichtbar zu machen. Wir sind an einer Eskalation nicht intereressiert und erwarten dass die Polizei dies auch so sieht.
Los geht es um 16 Uhr am Kronenplatz in Karlsruhe.

Naziprovokationen und Ausseinandersetzungen am Waisenhausplatz

Nazis aus dem Umfeld des „Heidnischen Sturms“ und der „Nagoldfront“ provozierten, am eigentlich von Alternativen besuchten, Waisenhausplatz.
Etwa 15 Nazis sammelten sich am Waisenhausplatz und brüllten rassistische und antisemitische Parolen. Jugendliche forderten die Nazis mehrmals dazu auf damit aufzuhören, die Nazis gingen zum Angriff über. Es entwickelte sich eine mehrere Minuten anhaltenden Ausseinandersetzung, die Jugendlichen verteidigten sich mit leeren Flaschen und wurden von den Neonazis gejagt. Einer der Jugendlichen wurde von mehreren Nazis zusammengeschlagen und getreten. Schon in der Vergangenheit sind die Mitglieder des „Heidnischen Sturm“ und der „Nagoldfront“ durch, teilweise bewaffnete, Übergriffe aufgefallen.

Max Kraft, Pressesprecher der Gruppe alert|a dazu:

„Seit Monaten steigt die Anzahl der Übergriffe auf Menschen welche nicht in das wahnhafte Weltbild der Nazis passen. Die Pforzheimer Kommunalpolitik sollte im Umgang mit Neonazis nicht nur große Reden schwingen, sondern auch mal Taten folgen lassen. Es ist nicht hinnehmbar das Jugendliche Angst haben müssen sich frei in der Stadt zu bewegen. Wir und die Jugendlichen werden uns überlegen müssen, wie wir mit dem zunehmenden Problem der Nazigewalt umgehen werden. Eins ist sicher, so wie es ist darf es nicht bleiben. Wir werden uns auch in Zukunft für eine antifaschistische Jugendkultur stark machen.“

Veranstaltung: Die Zukunf der Vergangeheit

Über den Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit

Der Vortrag zeichnet die Grundlinien
vergangenheitspolitischer Diskurse in Ost und West nach und
fragt nach den Essentials linker Geschichtspolitik heute.
Mit dem Historiker Michael Sturm.

Datum:
19.02.09 19:00 Uhr Ort:Konsumat Pforzheim
Veranstalter: alert|a, Kulturverein Brühlstraße, SJD – Falken

Immer noch Laut gegen Nazis?

Nachdem wir aufgedeckt hatten, dass bei einem Metalkonzert im Kupferdächle das auch Nazibands vertreibende Label „Undercover Records“ einen Verkaufsstand machen sollte, behauptete Daniela Kreiner vom Kupferdächle folgendes: „alert|a“ wolle „bloß gegen das Kupferdächle hetzten“. Ebenso berief sie sich auf die Zusicherung des Konzertveranstalters „Oldschool as fuck“, dass dieses Label keine neonazistische Musik vertreibe. Einige Tage später verbot das Kupferdächle den Verkaufsstand, da sich die Informationen von „Oldschool as fuck“ als falsch herausgestellt hatten. Trotzdem hat sich das Kupferdächle bis heute nicht öffentlich zu „Oldschool as fuck“ geäußert, die die Falschinformationen geliefert hatten. (mehr…)

KA: Kein Schäuble-Vortrag an der Uni!

Gegen Innere Aufrüstung und Überwachungswahn!

In den letzten Jahren sind in der BRD eine Vielzahl von Gesetzen verabschiedet worden, die die Freiheit des Einzelnen immer stärker einschränken und diverse Grundrechte de facto abschaffen. Die Vorratsdatenspeicherung, der bevorstehende Einsatz der Bundeswehr im Inneren oder die Verschärfung der Versammlungsgesetze von immer mehr Bundesländern sind nur einige Beispiele der momentan stattfindenden Inneren Aufrüstung. Parallel dazu lässt sich seit langem ein sozialer Abbau, der viele Lebensbereiche erfasst, feststellen. Ob Kürzung von Leistungen für Arbeitslose, prekäre Beschäftigungsverhältnisse oder die Einführung von Studiengebühren: Betroffen ist fast Jede/R!

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Pforzheim: Nazipropaganda statt Antirassitisches Engagement

Die jahrelange Praxis des vorauseilenden Gehorsams der öffentlichen Jugendeinrichtungen gegenüber der repressiven städtischen Politik hat einen weiteren traurigen Höhepunkt erreicht. Dem Kulturverein „Kulturschock Pforzheim e.V.“ wurden zwei Konzerte abgesagt, nachdem städtische Vertreter Druck auf die Jugendeinrichtungen ausgeübt hatten.

Die Konzerte, die schon lange geplant und von dem Verein vorbereitet wurden, sollten im Jugendkulturtreff Kupferdächle stattfinden, welches fest zugesagt hatte. Der Stiftungsrat des Kupferdächle untersagte diese Konzerte kurzfristig mit der Begründung, dass vier Wochen„vor und nach dem 23. Februar(Zerstörung Pforzheims 1945) keine Konzerte im Kupferdächle stattfinden dürfen, die sich auf dieses Datum beziehen könnten“.
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Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit darf keine Frage des Geldbeutels sein!

Demonstration am 23.Februar 2008
Hiermit möchten wir auf die bevorstehende Gerichtsverhandlung aufmerksam machen, bei der die Stadt Pforzheim nun schon in zweiter Instanz versucht, die bereits vom Verwaltungsgericht Karlsruhe wie auch von verschiedenen Gerichten in anderen Bundesländern klar als rechtswidrig beurteilte antidemokratische Praxis, willkürliche Gebühren für die Inanspruchnahme des verfassungsrechtlich garantierten Grundrechts auf Versammlungsfreiheit zu erheben, weiterführen zu dürfen, um AntifaschistInnen von der Inanspruchnahme ihrer Grundrechte abzuschrecken.

Seit Jahren fordert die Stadt Pforzheim grundsätzlich von AnmelderInnen von Kundgebungen und Demonstrationen Verwaltungsgebühren für die jeweils erteilten Auflagen.

Links:

Aufruf zum Prozess 2007 | Urteil des VG Karlsruhe | Rote Hilfe zum Prozess | Aufruf zur Demonstration – Juli 2008 |
Bericht zur Demonstration | Kampagne 19. Mai | Antirepressions-blog

Demogebühren in anderen Bundesländern:

Gebühren rechtswidrig | PM VG Gießen | demorecht.de.vu | BVG Urteil | Märkische Oder Zeitung

Gegen die neuen Versammlungsgesetze:
Bayern | Baden – Württemberg

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Calw: NPD zeigt Interesse an altem Bahnhof

DemontrationsspitzeNach der Ankündigung der NPD Baden-Württemberg, am Sonntag, den 18. Januar im alten Bahnhof in Calw eine Reichsgründungsfeier abhalten zu wollen, demonstrierten etwa eintausend Menschen gegen die Nazis. Ein breites Bündnis rief zum Protest auf. Dieser richtete sich dabei auch gegen das von der NPD geäußerte Kaufinteresse an dem Objekt. Nachdem die bisherige Landesgeschäftsstelle der NPD Baden-Württemberg in Hohenberg vor kurzer Zeit gekündigt wurde, sucht die Naziorganisation nun offenbar neue Geschäftsräume.
18.01.09:
SWR|PZ|Heilbronner-Stimme|Stuttgarter-Nachrichten
16.01.2009:
PZ|npd-blog|Heidenheimer-Zeitung|Schwarzwälderbote|dokmz|calwblog
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Veranstaltung: Don‘t hate the media --- become the media

„Don‘t hate the media --- become the media“*: Was 1999 das
Gründungsmotto des inzwischen weltumspannenden unabhängigen Mediennetzwerkes Indymedia war, beherzigen auch linke Medienaktivisten aus dem Südwestdeutschen Raum. Unter dem Namen „linksunten“ ensteht ein regionales Indymedia für Südwestdeutschland, welches noch im Januar online gehen wird.

Am 10.01.09 werden AktivistInnen des Infoladens im Kommunalen Kino in Pforzheim im Anschluss an den Film „I the Film“ der von der Geschichte des argentinischen Indymedias handelt, „Indymedia linksunten“ inhaltlich, wie auch das Portal an sich vorstellen.
Samstag, 10.01.2009, 21:00 Uhr
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Griechenland: Polizist erschießt Jugendlichen

ImageNach verbalen Auseinandersetzungen und gegenseitigen Beleidigungen zwischen der Polizei und einer Gruppe Linker im alternativen Viertel Exarchia, zog der 37jährige Polizist Epaminondas Korkoneas nach Zeugenaussagen seine Dienstwaffe und schoss. Dabei wurde ein 15-Jähriger vermutlich durch einen Querschläger tödlich in die Brust getroffen. Die beiden verantwortlichen Polizisten sitzen in Untersuchungshaft.
Der Tod rief heftige Proteste in ganz Griechenland und Solidaritätsaktionen weltweit hervor. Das Rücktrittsangebot des griechischen Innenminister Prokopis Pavlopoulos und seines Stellvertreters am Sonntag, lehnte Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis jedoch ab. (mehr…)

Freiheit stirbt mit Sicherheit!

Samstag, 06.12.2008, 14 Uhr, Lautenschlagerstraße, Stuttgart

Zum 1.1.2009 soll in Baden-Württemberg ein neues Versammlungsgesetz in Kraft treten. Neue Hürden, weitere Schikanen, mehr Kontrolle und hohe Strafen sollen Versammlungen weiter erschweren. Wir werden die zusätzlichen Einschränkungen unserer Versammlungsfreiheit nicht widerstandslos akzeptieren und rufen daher zu einer Demonstration am Samstag, den 6.12.2008, in Stuttgart auf.
Neben zahlreichen Veranstaltungen und kleineren Aktionen wird es weitere Demonstrationen am 29.11. in Mannheim und am 13.12. in Freiburg geben.

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PM des Bündnis K&A: Polizei vertuscht und verharmlost Naziangriff

Wie selbst die Polizei gegenüber der PZ berichtete, war diese während des Naziangriffes nicht vor Ort. Dennoch dementiert sie die Aussagen verschiedener AugenzeugInnen, wonach die Neonazis mit Glasflaschen, Knüppel und Pfefferspray die KonzertbesucherInnen angegriffen haben. Dadurch wird der eigentliche Straftatbestand erheblich heruntergespielt. Den Beamten am Tatort wurde mehrmals von unterschiedlichen Augenzeugen mitgeteilt, dass es sich bei einem der Angreifer um Jonathan Stumpf gehandelt habe; dieser ist eindeutig dem „Heidnischen Sturm Pforzheim“ zuzuordnen. Auch andere Täter sind dem HSP zuzuordnen, was die Polizei gegenüber dem Pforzheimer Kurier (Artikel vom 27.10.) leugnete („Bei der Fahndung seien im Umfeld des Kupferdächle dann einige Jugendliche aufgegriffen worden, die sich auch nach den Erkentnissen der Polizei dem rechten Spektrum, aber keinen konkreten Gruppen in dieser Szene zuordnen liessen.“). Während Polizei und Kommunalpolitik die Gefährdung durch Neonazis seit Jahren herunterspielt belegen interne Dokumente des „Heidnischen Sturm Pforzheim“, dass sich diese Organisation bereits in der Vergangenheit damit auseinandergesetzt hat gegen solche Konzerte vorzugehen.
Auch liegen uns neben den Aussagen der AugenzeugInnen, mehrere Dokumente vor, die zeigen, dass mehrere Mitglieder des „Heidnischen Sturms“ an dem Angriff beteiligt waren.
Es scheint, dass die Ermittlungen bisher mit großer Nachlässigkeit geführt wurden. Dass dies nicht unbedingt an fehlenden Kenntnissen der Szene, sondern auch an mangelndem Willen liegen könnte, belegen zahlreiche Vorfälle der Vergangenheit (Belege vorhanden).

Dazu Andreas Fries, Pressesprecher des Bündnis Kritik und Aktion:
„Die Leugnung und Vertuschung organisierter Neonazistrukturen und rechter Gewalt durch die Pforzheimer Polizei und Kommunalpolitik, kann auf eine jahrelange traurige Tradition zurückblicken. Nur durch den Aufschrei engagierter AntifaschistInnen, fundierte Recherchen und eine zu hohe Anzahl an ZeugInnen wurde diesesmal diese übliche Praxis vereitelt. Der Teppich unter den jahrelang gekehrt wurde könnte jetzt aufgerollt werden, wenn der politische Wille vorhanden wäre.“

Belege werden Redaktionen auf Anfrage zur Verfügung gestellt unter:
verteiler-pforzheim@gmx.de

PM: Polizei verharmlost organisierten und bewaffneten Neonaziangriff auf „Laut gegen Nazis“- Konzert

Gegen 22.00 Uhr, kam es vor dem Jugendhaus zu einem Angriff von zirka zehn bis fünfzehn teilweise bewaffneten Neonazis aus dem Umfeld der Neonaziorganisation „Heidnischer Sturm Pforzheim“. Einige KonzertbesucherInnen stellten sich den angreifenden Neonazis entschlossen entgegen, so konnten viele der sehr jungen Fans (deren Durchschittsalter zwischen 12 und 16 Jahren lag) vor den Angreifern geschützt werden. Dabei kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung, bei der es durch das brutale Vorgehen der Neonazis zu schweren Verletzungen kam, diese schlugen mit Flaschen und Knüppeln auf die Köpfe der Jugendlichen ein. Nach kurzer Zeit gab der Rädelsführer der Neonazis (Jonathan Stumpf) den Befehl „Kameraden Rückzug“, woraufhin diese sich entfernten, einer der Täter konnte von eingigen Anwesenden gestellt werden. Nach kurzer Zeit traf die Polizei ein und transportierte den bis dahin festgehaltenen Nazi ab, laut Zeugenberichten wurde dieser jedoch kurze Zeit später wieder auf freien Fuß gesetzt.

Dazu Pressesprecher des Bündnis Kritik und Aktion, Andreas Fries:
„Es ist ein Skandal, dass die Polizei schon seit Jahren systematisch solche Vorfälle verschweigt. Belege für das Verschweigen erheblich schwererer Straftaten sind vorhanden. Der dringend nötigen öffentlichen Auseinandersetzung wird somit bewusst aus dem Weg gegangen, während den Neonazis Raum zur Organisierung und Festigung ihrer Strukturen und ihrer menschenverachtenden Ideologie gelassen wird.“

Naziangriff auf „Laut gegen Nazis“ Konzert

In Pforzheim wurde am 24. Oktober ein „Laut gegen Nazis“-Konzert im örtlichen Jugendzentrum Kupferdächle von Nazis überfallen. Gegen 22 Uhr, am Ende des Auftritts der Band „Killerpilze“, tauchten etwa 15 Nazis aus dem Umfeld des „Heidnischen Sturms Pforzheim“ vor dem JuZ auf. Antifas konnten die Nazis vertreiben, allerdings gab es Verletzte unter anderem durch Pfefferspray und Glasflaschen. Zwei Linke wurden bei einer Attacke verletzt und mussten ärztlich behandelt werde. Einer der Nazis konnte gestellt werden; er wurde später von den Bullen abtransportiert. Der Altersdurchschnitt bei dem Konzert lag zwischen 12 und 16 Jahren. Es war Teil der Woche „Voll Extrem!“, in der auf unerträgliche Weise linke und rechte Ideologien „verglichen“ wurden.

Veranstaltung: Infos zu Köln

Am 3. September veranstalten wir im Infoladen im Cafe Havana (Maximilianstr. 96; Pforzheim) um 20.00 Uhr eine Informations- und Mobilisierungsveranstaltung gegen den Anti-Islam-Kongress der europäischen Rechten in Köln. Dabei wird es sowohl Infos über den Kongress selbst, als auch über die geplanten Gegenaktivitäten geben. Einige Leute aus Pforzheim wollen selbst nach Köln fahren; an diesem Abend werden wir auch besprechen, wie das laufen soll.

Danach lecker Essen und gemeinsam bei gemütlicher Musik Cocktails schlürfen!

Mobilisierungshomepage: http://www.no-racism.mobi/

Solidarität!

Vom 1.bis 7. August gehen in etwa 29 Haftanstalten Deutschlands über 500 Gefangene in den Hungerstreik.
Teilnehmen werden auch Gefangene in Belgien, Spanien und der Schweiz.
Bisher werden dazu in vier deutschen Städten begleitend Aktionen stattfinden: Hamburg, Dresden, Berlin, Köln.

mehr Infos

Unsere Solidarität gegen ihre Repression!

Am frühen Morgen des 16.Julis fanden in Bühl, Gaggenau, Gernsbach und Achern mehrere Hausdurchsuchungen durch Beamte der Kriminalpolizei aus Rastatt und Offenburg statt.
Vereinzelt waren auch Beamte des jeweiligen Ordnungsamts (als Zeugen) und der Direktion Staatsschutz in die Aktionen der Polizei eingebunden.
Insgesamt wurden 18 Objekte von der Polizei durchsucht und hierbei zahlreiche Gegenstände wie Computer, Festplatten, Kameras, Handys und Speichermedien beschlagnahmt.
Ausgestellt war der Durchsuchungsbeschluss von einer Amstgehilfin (nicht von einem Richter) des Amtsgerichts Baden-Baden um angeblich die Ermittlungen zu den Auseinandersetzungen um eine Hausbesetzung am 4.Juli ( http://de.indymedia.org/2008/07/222218.shtml) auf Anraten der Staatsanwaltschft voran zu treiben. (mehr…)

Parade gegen Demogebühren

In Pforzheim tanzten und demonstrierten gestern über 120 Menschen gegen die sogenannten Demonstrationsgebühren. Bei lauter Musik aus zwei Lautsprecherwagen und kämpferischen Parolen zog die Parade vom Waisenhausplatz durch die Pforzheimer Innenstadt zum Sedansplatz. Neben Redebeiträgen u.a. von der Roten Hilfe Heidelberg, dem AK Demogebühren, sowie der Pforzheimer Gruppen Resistance und alert|a spielte bei der Abschlusskundgebung noch die Pforzheimer Punkband „Decision of Mephisto“.
Einige Nazis provozierten kurz am Rande der Parade u.a. Jonathan Stumpf (Heidnischer Sturm Pforzheim).

Was sind Demogebühren?

Seit einigen Jahren erhebt die Stadt Pforzheim als einzige Stadt in Baden-Württemberg gegen AnmelderInnen von Kundgebungen und Demonstrationen Verwaltungsgebühren für das erteilen von Auflagen. Diese Gebühren fangen bei 20,- Euro an und können bis zu 150,- Euro betragen. In einem Gerichtsverfahren 2007 vor dem Karlsruher Verwaltungsgericht rechtfertigte der juristische Vertreter der Stadt Pforzheim die Verwaltungsgebühren mit dem „Verwaltungsaufwand“ der Behörde, schließlich würde ja auch auf die Erteilung einer Baugenemigung eine Gebühr erhoben. Das eine Demonstration im Gegensatz zu einem Hausbau nicht genehmigungspflichtig ist, sondern lediglich anmeldepflichtig wird in der Argumentation der Stadt nicht bedacht.

Bei einer antifaschistischen Demonstration am 23. 02. 2005 gegen den Fackelmarsch der Neonazis in Pforzheim wurden Verwaltungsgebühren in Höhe von 150,- Euro erhoben.
Bei einer antifaschistischen Demonstration im Juli 2005, gegen Naziaufmärsche, waren es Verwaltungsgebühren in Höhe von 20,- Euro.
Im März 2007, bei einer geschichtlichen Kundgebung bei der ehemaligen Adolf-Hitler- Schule, heutige Nordstadtschule, waren es Gebühren in Höhe von 100,- Euro.

Bei den Klagen(1,2,3,4) gegen die Demogebühren hatten die AnmelderInnen zweier antifaschistischer Veranstaltungen in Pforzheim vor dem Karlsruher Verwaltungsgericht Erfolg.
Das Gericht wies die Forderungen der Stadt Pforzheim zurück, die Anmeldung von Demonstrationen mit Gebühren zu belegen. Die Stadt Pforzheim ging jedoch in Revision, eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Mannheim steht noch aus.
Auch in Bayern(1,2,3) oder Hessen(1) gab es den Versuch von Behörden „Demogebühren“ zu verlangen. Die obersten Gerichte entschieden jedoch gegen die Gebührenerhebung. Demonstrieren bzw. Versammlungsfreiheit muss weiterhin ein Grundrecht bleiben, dessen Gebrauch nicht von den eigenen finanziellen Möglichkeiten abhängten darf.

Communique zur Demonstration am Samstag

Am Samstag, den 28. Juni veranstaltet das Jugendbündnis Pforzheim eine
Demonstration unter dem Motto „Gemeinsam gegen Nazis“. Beteiligt sind
die Jugendorganisationen von DBG, IG-Metall und ver.di sowie die Falken,
alert|a und die Linksjugend [’solid].

Die Demonstration ist eine Reaktion auf die zunehmenden Aktivitäten von
Neonazis im Pforzheimer Umland. So gab es in den vergangenen drei Monaten
einen Vortrg von bekannten Geschichtsrevisionisten mit über 100
TeilnehmerInnen, ebenso war ein Rechtsrock-Konzert in Birkenfeld
geplant, bei dem ca. 800 Neonazis erwartet wurden. Dies wurde jedoch von
der Polizei im Vorfeld aufgelöst. Einige kleinere Veranstaltungen in der
Region konnten weitgehend unbehelligt stattfinden. Es kam in Pforzheim
in den letzten Monaten auch zu mehreren Übergriffen der Neonazis.
Beispielsweise wurden zwei Jugendliche vergangenen Donnerstag nach dem
EM-Spiel der deutschen Mannschaft von Rechtsextremisten am Sedansplatz
angegriffen. Auch nahm eine größere Gruppe des „Heidnischen Sturm“ mit
Reichkriegsfahnen am deutschen Autokorso teil.

Max Kraft, Pressesprecher der Gruppe alert|a und Mitorganisator der Demonstration, dazu:

„Das immer offenere Auftreten und die zunehmende Aktivität von alten und
neuen Nazis in Pforzheim ist alarmierend. Deshalb fordern wir alle auf,
sich an der Demonstration „Gemeinsam gegen Nazis“ zu beteiligen. Nur
eine starke antifaschistische Jugendkultur kann der derzeitigen
Rechtsentwicklung langfristig Einhalt gebieten. Kein Fußbreit den
Faschisten!“

alert|a


Flyer zur SchülerInnen-Demonstration gegen Nazis mehr infos? Klick auf das Bild!

Seminar: Grundlagen der Kapitalismuskritik

Seminar vom 20-22.06.08 in Pforzheim

Grundlagen der Kapitalismuskritik

Themen:

Grundlagen der Kapitalismusanalyse
Wie funktioniert der Kapitalismus, was macht ihn aus?
Grundlagen der Kapitalismuskritik
Was ist am Kapitalismus auszusetzen?
Warum kann man ihn nicht gerecht gestalten?
Verkürzte Kapitalismuskritik
Was ist das? Warum kann das nicht funktionieren? Was ist daran
gefährlich?
Perspektiven jenseits des Kapitalismus
Wie könnte es anders aussehen? Wie kommen wir dahin?

Die Vorträge sind für Jede/n Interessierten verständlich und bieten einen leichten Einstieg in ein komplexes Thema.
Anmeldung per Mail an alert-a@web.de oder per Kontaktformular ,
Das Seminar ist kostenlos, und findet unter freiem Himmel statt, bei
schlechtem Wetter ist für Überdachung gesorgt (Großzelte). Essen
gibt’s gegen Spende. Los geht’s Freitag, den 20.06.08 um 18 Uhr
und Schluss ist Sonntag Mittag. Weitere Infos erhaltet ihr wenn ihr
euch angemeldet habt.

Rahmenprogramm:

Musik+Grillen+Cocktails+Open Air-Kino+Stockkampf+Wildwasser-LKW-Schlauchfahren“+Zelten+VoKü+mehr

Shut up if you dont have money – Demogebühren in Pforzheim

Seit einigen Jahren erhebt die Stadt Pforzheim als einzige Stadt Baden-Württembergs gegen
AnmelderInnen von Kundgebungen und Demonstrationen sogenannte Verwaltungsgebühren. Diese Gebühren fangen bei 20,- Euro an und können bis zu 150,- Euro betragen.
Leider entsteht durch diese Gebühren eine Zweiteilung, des im Grundgesetz, Art.8, festgelegten Rechts auf Versammlungsfreiheit, zwischen Personen und Gruppen die finanziell besser gestellt sind und solchen die finanziell schlechtere Möglichkeiten haben.
(mehr…)

Bundesweit gegen Vorratsdatenspeicherung

Gestern, am 31.05. gingen Bundesweit ca. 6000 Menschen auf die Straße um gegen die Vorratsdatenspeicherung und andere Einschränkungen der Privatssphäre zu demonstrieren. In München gingen gegen das neue bayerische Versammlungsgesetz ca. 2500 DemonstrantInnen auf die Straße.

Demonstrationen gehören den DemonstrantInnen

Die Staatsanwaltschaft hat den Anmelder der Karlsruher G8-Demonstration
vom 19.05.2007 angeklagt!

Am 02.06.2008 soll ihm vor dem Amtsgericht Karlsruhe der Prozeß gemacht
werden: Wir rufen daher auf, den Angeklagten solidarisch zu begleiten. (mehr…)

Den Nazis keinen Raum!

Nachdem es in letzter Zeit immer häufiger zu Naziveranstaltungen in Pforzheim und Umgebung gekommen ist, starten wir nun im Rahmen des „Bündnis Kritik & Aktion“ die Kampagne „Den Nazis keinen Raum“. Mit Anschreiben an WirtInnen und VermieterInnen von Veranstaltungsräumen wollen wir diese auf ihre rechtlichen Möglichkeiten hinweisen Anmietungen durch Neonazis im vorraus zu unterbinden. Neonazis mieten Räumlichkeiten oft über sogenannte „Mittelmänner“ an, mit einfachen Zusätzen in Mietverträgen können die WirtInnen das Mietverhältnis auch kurz vor bzw. während der Veranstaltung kündigen, ohne sich über evtl. rechtliche Konsequenzen Gedanken machen zu müssen.

Das Anschreiben steht hier zum Download bereit

Aufgrund der neueren Erreignisse veranstalten wir am 28.06.08 gemeinsam mit verschiedenen Jugendverbänden und Gruppen eine SchülerInnen-Demonstration in Pforzheim unter dem Motto „Gemeinsam gegen Nazis“. Demnächst mehr Infos hier

Naziaktivitäten in Pforzheim und Umgebung

In letzter Zeit kommt es vermehrt zu Veranstaltungen der extremen Rechten in Pforzheim und Umgebung.
Nachdem bereits im April ein Nazikonzert von der Polizei aufgelöst wurde, veranstalteten die Nazis von „Stallhaus Germania“ am 10.05.08 ein Grillfest in Knittlingen. Die Verantwortlichen für das Gelände des evangelische Jugendwerks in Württemberg (ejw) machten von Ihrem Hausrecht gebrauch und verwiesen die Rechtsextremisten des Platzes, diese konnten auf einem Privatgrundstück in Mühlhausen ungestört weiter feiern.

Bereits einen Tag später lud die NPD zu einer Vortragsveranstaltung. Als Anmelder habe nach Informationen der Pforzheimer-Zeitung „ein Privatmann aus Rosenberg“ fungiert. Redner war u.a. Olaf Rose, Germanist, Historiker, Autor, Vortragsredner, der seit 2006 für die NPD beschäftigt ist. Der Geschichtsrevisionist hetzt gegen Engländer und behauptet, Rudolf Heß sei im Gefängnis in Spandau ermordet wurde. Rose ist Mitglied im Vorstand der Gesellschaft für Freie Publizistik (GFP).
Die Polizei wusste von der Veranstaltung, entschied sich aber, „aus rechtlichen wie taktischen Gründen“ die Veranstaltung nicht aufzulösen.

Pressespiegel:
Konzert in Birkenfeld
Stattweb 28.April.
SWR 27.April
Ka-news.de 05.Mai

Stallhausfest und Vortrag der NPD
PZ-Bericht 13.Mai
Antifa Nachrichten

Gemeinsam gegen Nationalismus und Rassismus,
beteiligt euch an der SchülerInnen Demonstration am 28. Juni in Pforzheim

Gegen das neue Versammlungsgesetz in Bayern



Mobilisierungsvideo zur Demonstration gegen das neue bayrische Versammlungsgesetz.
weitere Infos hier

KA: Kundgebung für Demonstrationsfreiheit

Nach der bundesweiten Demonstration in Karlsruhe im Vorfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm erhielt der Anmelder einen Strafbefehl über 4800 Euro. Er soll nicht ausreichend für die Durchsetzung einzelner Auflagen gesorgt haben. Die Anklage treibt die Deformierung des Demonstrationsrechts auf die Spitze. Wir wehren uns gegen die zunehmende Praxis der Behörden, Demonstrationen bereits im Vorfeld mit schikanösen Auflagen zu belegen und durch das Auftreten von Polizeihundertschaften zu kriminalisieren. Vor der Verhandlung am 02. Juni findet ab 9 Uhr vor dem Amtsgericht Karlsruhe eine Kundgebung für die Demonstrationsfreiheit statt. Um 09:30 Uhr beginnt derProzeß. Kommt zum Prozess und unterstützt die Kampagn

Kampagne 19.Mai

Genfeld Besetzung nahe Karlsruhe

Tripod

Zum vierten Mal schon in diesem Jahr wurde ein Feld mit gentechnisch veränderten Pflanzen vor der Aussaat besetzt. Diesmal traf es ein Feld unweit von Karlsruhe, bei Forchheim/Rheinstetten. Das Feld wird von der Landesanstalt für Pflanzenbau betrieben.
Dieses Jahr ist kein gutes für die Gentechindustrie: Das vierte Feld in Folge wurde besetzt.

In Rheinstetten/Forchheim bei Karlsruhe wird sogenannte Sicherheitsforschung betrieben. Es sollen plausible Abstände für den MON810-Mais von Monsanto zu anderen Maisfeldern festgelegt werden – obwohl dieser Mais schon in Massen seit Jahren ausgesät wird.

Aktionen gegen Nazizentrum in Karlsruhe-Durlach

Aktueller Termin

Kundgebung / Sit-in / Stuhlblockade

Weg mit dem Nazi-Zentrum in Durlach und kein Konzert von Frank Rennicke
Fr. 25.04.08 | 18 Uhr
Badener Str. 34 | Karlsruhe-Durlach
Aufruf des AAKA

Die NPD und die Rastatter Kameradschaft nutzen seit zwei Wochen ein ehemaliges Hotelgebäude in Karlsruhe-Durlach als “nationales Partei- und Schulungszentrum”. Dies ist der vorläufige Höhepunkt der Bemühungen der NPD sich in Karlsruhe und Region zu etablieren. Gegen den Vormarsch der NPD regte sich in den vergangenen Tagen antifaschistischer Widerstand in Bruchsal, Karlsruhe und Durlach. Weitere Aktionen müssen folgen, um das NPD-Zentrum und faschistische Strukturen zu beseitigen.

Aktueller Stand (22.04.)
Die NPD erklärte am Montagmittag gegenüber dem SWR erstmals offiziell ein Parteizentrum in Durlach errichten zu wollen. Zugleich kündigte sie rechtliche Schritte gegen die Verfügungen der Stadt an. Durch den fehlenden Antrag zur Wohnnutzung dürfe das Haus derzeit nur zu Renovierungsarbeiten betreten werden, argumentiert die Stadt. Einem Antrag auf wohnliche Nutzung müsse sie aber zustimmen. Warum die Stadt so lange versuchte, die Beteiligung der NPD zu dementieren, belibt unklar.

Presseauswahl: Badisches Tagblatt | Neues Deutschland | Frankfurter Rundschau | Mannheimer Morgen | SWR (Film) | SWR (Text) | Stuttgarter Zeitung | BNN | Badische Zeitung | SWR (Film / ab 02:32 Min.) | SWR (Text) | ka-news | BNN (Sonntag)

Pressemitteilung vom 20. April 2008

Indymedia zur Spontandemo am 19. April 2008 (mit Presseschau)

Bericht und Fotogalerie der Autonomen Antifa Freiburg

Flugblatt vom 19. April 2008

Presseerklärung vom 16. April 2008

Presseschau auf Infoladen Ludwigsburg

Broschüre zur NPD Karlsruhe

Artikel geklaut von karlsruhe.antifa.net

We will rock you – join the struggle! – 1.Mai 2008

Am 1. Mai hat eine „Bürgerinitiative für soziale Gerechtigkeit“ einen Aufmarsch in Kaiserslautern und Neustadt/Weinstraße angemeldet. Hinter diesem vermeintlich biederen Bürgerverein verbirgt sich aber das neonazistische Aktionsbüro Rhein Neckar, welches immer wieder durch rechtsextreme Veranstaltungen, Konzerte und Übergriffe ihrer Mitglieder für Aufsehen sorgt.
Die Demonstration wird so auch maßgeblich von bekannten Rechtsextremen aus den Reihen der NPD Rheinland – Pfalz, den freien Kameradschaften und dem zuvor schon erwähnten Aktionsbüro getragen. Schaut man sich den Aufruf der Nazis zum 1.Mai genauer an, erkennt man schnell, was wirklich dahinter steckt.
1.Mai – Kontinuität im nationalsozialistischen Kontext
(mehr…)

1.Mai 2008

Hartz 4 -Empfänger im Hungerstreik

Der Erwerbslose Berndt Pfeifer in Gütersloh ist schon in der vierten Woche im Hungerstreik. Das Jobcenter Gütersloh, die beauftragte GT Aktiv GmbH, hatte ihm in den vergangenen Monaten mit ständigen Leistungskürzungen und verschleppten Anträgen das Leben schwer gemacht. Pfeifer verlangt mit dem Hungerstreik, dass sich der Leiter des Jobcenters bei ihm offiziell entschuldigt. Die bürgerliche Presse schweigt zum großen Teil über den Fall.
Seit dem 3.März befindet sich Berndt Pfeifer in Gütersloh im Hungerstreik, um gegen die menschenunwürdige Behandlung durch das Jobcenter zu protestieren. Auch nach dreieinhalb Wochen will der mittlerweile stark geschwächte Langzeiterwerbslose die Aktion nicht abbrechen. Die Hilfsorganisation Bund Soziales Zentrum Deutschland e. V. und der örtliche Kreisverband der Partei Die Linke, die Kontakt zu Pfeiffer haben und sein Anliegen nach Kräften unterstützen, konnten ihn jetzt von dem Vorhaben abbringen, auch die Flüssigkeitsaufnahme zu verweigern.

Die meisten Medien schweigen sich über den Fall aus, überregional
wurde darüber offenbar nur von junge Welt und Neues Deutschland berichtet.
Hingegen keine Beiträge in der überregionalen Taz, oder etwa Frankfurter Rundschau.
Dabei handelt es sich offenbar um den ersten Hungerstreik eines Einzelnen gegen
eine Jobcenterverwaltung, der zugleich für viele von Hartz IV Betroffene steht.
Das Schweigen der großen Medien hat Methode. So bleibt der Fall auch vielen
Erwerbsloseninitiativen unbekannt, und bundesweit wird die kapitalistische
Ordnung gewahrt.

Es zeigt sich, dass die mediale Meinungsschmiede funktioniert,
die bewußt Proteste ausblendet, und lieber erst über Hungertote mit bedauernder
Geste im Nachhinein berichtet. Hingegen wird der Fall zum Alltagskonflikt
im regionalen Rahmen heruntergestutzt, wenn lediglich der WDR über Berndt Pfeifer
eine Beitrag bringt, und nur die Linkspartei vom Kreisverband Gütersloh eine
Presseerklärung herausbringt, in der sie das Jobcenter Gütersloh, die
GT Aktiv, anmahnt, den Betroffenen mehr Aufklärung über ihre Rechte einzuräumen.

Artikel der Jungen-Welt

Erstmals über den Fall berichtet hatte das Westfalen-Blatt, hier

Jüdische Schüler in Angst


Di. 01.04. Infoveranstaltung zu Struktur und Aktivitäten der NPD/JN Karlsruhe

Die NPD bereitet sich auf die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg im Frühjahr 2009 vor. Die NPD Karlsruhe kündigte dazu kürzlich eine “Informationsoffensive 2008″ an, die u.a. monatliche Verteilaktionen und Treffen in Bruchsal, Karlsruhe und Pforzheim beinhalten soll. Am 02. März fand darüber hinaus im Raum Karlsruhe der Landeskongress der JN Baden-Württemberg statt.

Es gilt sich also auch in Karlsruhe auf ein verstärktes Autreten der NPD und ihrer Jugendorganisatation JN vorzubereiten. Die Antifa Karlsruhe möchte euch daher am Dienstag, 01. April über die Aktivitäten und Strukturen der NPD und JN Karlsruhe informieren. Die Veranstaltung beginnt um 19.30h mit einem Vortrag in der Planwirtschaft.

Planwirtschaft in der Werderstraße, Karlsruhe – Südstadt | 19:30Uhr | Infos

Vortrag: die Zukunft der Vergangenheit

Musste in das wenige Meter entfernte Cafe Havana verlegt werden

Am Donnerstag den 24.01 veranstaltet das Bündnis Kritik & Aktion um 19:00 Uhr im Kulturhaus Osterfeld einen Vortrag mit dem Titel: „Die Zukunft der Vergangenheit“ der Eintritt ist frei.

Mit dem Ende der Zeitzeugenschaft steht die NS-Vergangenheit an der Schwelle zu ihrer Historisierung. Die rot-grüne Geschichtspolitik nimmt das Gedenkjahr 2005 zum Anlass, ihre Meistererzählung vom erfolgreichen, zivilen und demokratischen “Weg nach Westen” der Bundesrepublik im Hinblick auf die zukünftig gewünschte weltpolitische Rolle Deutschlands zu aktualisieren.

Kern dieses vorgeblich postnationalen Narrativs ist nicht mehr die Negation der NS-Vergangenheit, sondern ihre Integration in die Erfolgsgeschichte der Vergangenheitsbewältigung, die den Gründungsmythos des vereinigten Deutschlands darstellt. Solcherart moralisch geläutert, rückt zum 60. Jahrestag des Kriegsendes die Rede von der Gleichrangigkeit der deutschen Opfern in den Mittelpunkt der geschichtspolitischen Auseinandersetzung um die künftige Deutungshoheit der NS-Vergangenheit.

Der Vortrag zeichnet die Grundlinien vergangenheitspolitischer Diskurse in Ost und West nach und fragt nach den Essentials linker Geschichtspolitik heute.

Die Referenten sind Mitarbeiter von Argumente – Netzwerk antirassistischer Bildung.

Termine der Kampagne „Gegen jeden Geschichtsrevisionismus – Deutsche Realitäten angreifen“

Sa, 12.01. | 14:00 Uhr | Leopoldplatz | Auftaktkundgebung „Let’s get it on – deutsche Opfermythen dekonstruieren“

Do, 24. 01 | 19:00 Uhr | Kulturhaus Osterfeld |Vortrag „Zukunft der Vergangenheit“

Sa, 2. 02. | 18:00 Uhr | Infoladen im Cafe Havana | VoKü & offenes Antifa-Plenum

Do, 14.02 | 19:00 Uhr & Sa, 16.02 | 17:00 Uhr
Filmvorführungen im Kommunalen Kino

SüdOsten …natürlich wollten wir die Welt verändern
Die Bilder bleiben – Zur Geschichte der Zwangsarbeiter in Kassel und Region

Do, 21.02 | 19:00 Uhr | Cafe Havana | Vortrag über die Naziszene in Baden-Württemberg & Last Infos zum Aktionstag

Sa, 23. 02. Aktionstag

ab 10:00 Uhr dezentrale Aktionen – Dauerkundgebung auf dem Marktplatz
ab 16:00 Uhr Demo „Gegen jeden Geschichtsrevisionismus“

Kundgebung und Konzert

Am 12.01 findet in Pforzheim die Auftaktkundgebung zur Kampagne „Gegen Jeden Geschichtsrevisionismus – deutsche Realitäten angreifen“ statt.

12.01.2008 „lets get it on- deutsche Opfermythen dekonstruieren“
14:00 Uhr, Leopoldplatz, Pforzheim

12.01.2008 Elektroparty zum Auftakt der Kampagne mit “das timbo”& “flying bob feat. der schöne Roswitha” ab 21 Uhr
CafeHavanna, Maximilianstr. 93, Pforzheim

Palitücher zu Topflappen!

Du trägst ein so genanntes Pali-Tuch, die Gründe dafür kennen wir nicht. Aber hast du dich eigentlich schon mal gefragt, warum neben dir auch Nazis, Bin Laden und andere Unsympath_innen mit diesem Tuch herumlaufen?
Es handelt sich beim Pali-Tuch nämlich nicht um ein stinknormales Modeaccessoire, sondern um ein politisches Statement mit langer Geschichte. Die Kaffiyah, wie das Pali-Tuch eigentlich heißt, war ursprünglich eine von vielen traditionellen Kopfbedeckungen in den ländlichen Gebieten des Nahen Ostens. Als Abwehr gegen die als westlichen Einfluss verstandene Moderne und zur Stärkung der nationalen Identität setzte der damalige Großmufti von Jerusalem, Amin el Husseini, in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts durch, dass die Kaffiyah von allen Männern im britischen Mandatsgebiet Palästina getragen werden musste, gleichzeitig wurde den Frauen der Schleier auferlegt.
Doch der Großmufti sorgte nicht nur dafür, dass Nichtträger der Kaffiyah getötet wurden, er rief auch zu Pogromen an Jüdinnen und Juden auf und war ein fanatischer Anhänger des Nationalsozialismus und Organisator von muslimischen SS-Brigaden in Bosnien.
Wie du siehst, ist die Geschichte deines Halstuches nicht gerade unbelastet. Warum ist es dann gerade in linken/alternativen Kreisen so beliebt?
Der langjährige Anführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) Jassir Arafat machte die Kaffiyah zu seinem Markenzeichen und somit zum Symbol der nationalen Befreiung. Für die PLO meinte diese Befreiung bis 1993 die Zerstörung Israels und damit die massenhafte Ermordung seiner jüdischen Bewohner_innen. Die deutsche Linke zeigte ab 1967 Solidarität mit der Befreiung Palästinas und rief zum Kampf gegen den „zionistischen Agressor“ – Israel – auf. Dass sich Linke mit der Vernichtung ausgerechnet des Staates und seiner Bevölkerung solidarisieren, der als Reaktion auf die Vernichtung der europäischen Juden und Jüdinnen gegründet wurde, um ihnen fortan Schutz zu garantieren, zeugt von ihrer geschichtsrelativierenden Haltung und einem Fortbestehen von Antisemitismus. Das Pali-Tuch steht aber nicht nur für antisemitische Einstellungen, sondern auch allgemein für die Unterstützung nationaler Befreiungsbewegungen. Spätestens seit den 1990er Jahren stehen diese grundsätzlich nicht mehr für potentiell emanzipatorische Bewegungen, sondern für völkisches Denken und Nationalismus. Diese Einstellungen bieten Anknüpfungspunkte für den Ethnopluralismus eines Teils der heutigen Nazis, die eben nicht mehr die Vernichtung oder Versklavung aller als „nicht-arisch“ deklarierten Menschen fordern, sondern „jedem Volk seinen Raum“ zubilligen wollen und von einem rassistisch determinierten „Nationalcharakter“ ausgehen. Auch Islamisten schmücken sich gern mit dem Pali-Tuch, um den Kampf der muslimischen Welt gegen die „Juden und Kreuzfahrer“, also die gesamte westliche Welt, allen voran den Staat Israel, auszudrücken.
Das Pali-Tuch steht also für Nationalismus, Frauenunterdrückung, Antisemitismus, Islamismus und Rassismus.
Sicher gibt es auch noch genügend andere Dinge, die deinen Hals bei kühleren Temperaturen wärmen, sonst läufst du Gefahr, dich in eine Reihe mit Nazis, der Al-Qaida und sonstigen reaktionären Bewegungen zu stellen.
Pali-Tücher zu Topflappen!

„Volkstrauertag“ mit Nazibesuch

Am diesjährigen „Volkstrauertag“ fand auch in Pforzheim eine Gedenkveranstaltung statt. Unbehagen bei den Stadt-Offiziellen löste das Auftauchen einiger Neonazis aus dem Umfeld des „Heidnischen Sturm“ aus. Im folgenden die Stellungnahme der Gruppe alert|a dazu:

Wenn deutschen Soldaten und deren Opfer; umgekommen während der Zeit des Nationalsozialismus, in einem Atemzug gedacht wird, stellt dies eine ernstzunehmende Relativierung der deutschen Verbrechen dieser Zeit dar.
Ohne mit der Wimper zu zucken werden gefallene deutsche Wehrmachtssoldaten mit den Opfern des industriellen Massenmordes und des deutschen Angriffkrieges gleichgesetzt. Mit dieser Argumentation wird oftmals auch versucht, das Naziregime als ein verbrecherisches Regime unter vielen darzustellen. Dabei wird die Einzigartigkeit der Shoa ausgeblendet und stattdessen mit Opferzahlen jongliert. Damit einhergehend wird durch die Selbststilisierung als gleichberechtigter Teil der „Opfergemeinschaft“ eine Identifikationsmöglichkeit geschaffen, die deutschen Nationalstolz und deutsche Geschichte wieder versöhnen soll.

Erst durch solche Anknüpfungspunkte, die durch die aktuellen geschichts-politischen Tendenzen geschaffen werden, wird es für Neonazis attraktiv, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen.

Zwar grenzt man sich von offizieller Seite von den Neonazis als Personengruppe ab, aber ohne sich mit ihren inhaltlichen Positionen auseinanderzusetzten, muss diese Kritik oberflächlich bleiben. Nazis sind nicht deshalb zu verurteilen, weil sie Nazis sind, sondern weil sie eine bestimmte Art der Politik vertreten. Erst diese zu analysieren und auf Grundlage der daraus resultierenden Ergebnisse das eigene Denken in Frage zu stellen, kann einen konsequenten Antifaschismus hervorbringen. Andernfalls fällt es fällt es schwer, gute Argumente gegen das Gedenken des „Heidnischen Sturm“ an „die deutschen Opfer“ zu finden.

Max Kraft (Pressesprecher der Gruppe alert|a)

„Du bist unter Verdacht“ — Veranstaltung zur Vorratsdatenspeicherung

Kulturhaus Osterfeldt Raum 204, Osterfeldtstr. 12 Pforzheim
am Montag, 17.12.2007, 18:30 Uhr

Am 9.11. hat der Bundestag ein Gesetz verabschiedet,
das Telekommunikationsunternehmen verpflichtet, künfig für ein halbes
Jahr zu speichern, wann ihr von wo aus mit wem telefoniert habt, mit wem
ihr Mails ausgetauscht habt, wie euer Rechner im Netz war.

Bei unserer Veranstaltung am 17.12. wird es darum gehen, woher
das kommt, was das bedeutet, ob dem zu entkommen ist und ob noch etwas
zu retten ist.

AK Datenschutz ((( alert|a )))


Selbstverständnis der Gruppe (((alert|a))) – Praxis Organisation Theorie

Wir sind eine Gruppe von Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen politisch aktiv geworden sind; es einigt uns jedoch ein gemeinsames Ziel: eine Gesellschaft zu schaffen, in der die Menschen selbstbestimmt Leben und Arbeiten können.
Weil sich die Verhältnisse nicht von alleine ändern, brauchen wir eine lebendige Praxis. Um das umzusetzen, benötigen wir eine gute Organisation. Um zielgerichtet arbeiten zu können, sind fundierte theoretische Grundlagen notwendig. Daraus ergeben sich die drei Säulen unserer Arbeit.

Praxis

Wir organisieren Demos, Kulturveranstaltungen, Seminare, Infoveranstaltungen, und Aktionen auf der Straße. Unsere Arbeit lebt vom entschlossenen und kreativen Protest. Nur so halten wir es für möglich, einen breiten Widerstand und ein anderes gesellschaftliches Klima zu schaffen.
Das wichtigste Mittel ist dabei die Kampagnenpolitik, bei der nicht nur zwischen Themen hin- und hergesprungen wird, sondern mit der es möglich ist, eine radikale Kritik zu formulieren und eine Diskussion über unsere eigenen Kreise hinaus anzustoßen. Trotzdem bleibt eine Reaktion auf aktuelle Ereignisse wichtig.

Organisation
Wir sehen uns als Teil einer weltweiten Bewegung, aber getreu dem Motto „think global, act local“ liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit in Pforzheim und dem Enzkreis. Wir bringen uns dabei aktiv in themenbezogene Bündnisse ein bzw. initiieren diese, wenn dadurch eine breitere gesellschaftliche Debatte angestoßen werden kann und dennoch eine radikale Kritik möglich ist.
Dauerhaft ist es unser Ziel, offene Strukturen zu schaffen, in denen sich jedeR, nach seinen Interessen einbringen kann.

Unser Anpruch ist es, Hierarchieen zu überwinden. Das heißt für uns konkret, dass wir die unterschiedlichen Fähigkeiten jeder/s einzelnen nutzen wollen, um ein gegenseitiges Lernen zu ermöglichen.

Um uns nicht finanziell abhängig zu machen, finanzieren wir uns selbst.

Durch das Infoblatt Read & Act unterstützen wir unsere Öffentlichkeitsarbeit. Darin werden aktuelle Berichte, auch von anderen Gruppen, und Termine veröffentlicht.

Theorie

Unsere inhaltliche Arbeit findet auf der Basis einer fundamentalen Kapitalismuskritik statt und richtet sich gezielt gegen die Ursachen gesellschaftlicher Probleme und nicht gegen deren Symptome. Gesellschaftliche Entwicklungen sind nicht anhand ihrer Repräsentanten festzumachen; eine radikale Kritik muss sich immer gegen die dahinterstehenden Verhältnisse und Strukturen richten. Dabei analysieren und erklären wir auch die Zusammenhänge mit anderen gesellschaftlichen Unterdrückungsmechanismen.
Auch innerhalb der Linken gibt es verschiedene theoretische sowie praktische Ansätze, mit denen wir uns nicht identifizieren können; in solchen Fällen ist es notwendig die offene Auseinandersetzung zu suchen.

In unserer politischen Arbeit stellen wir eine Verbindung her zu regionalen Ereignissen & Begebenheiten wie Streiks, Repression, faschistischen Umtrieben, Asylpolitik u.ä. und greifen auch aktuelle gesellschaftliche Diskussionen auf.
Schwerpunkte bilden dabei die praktische Antifaarbeit, soziale Kämpfe und die Stärkung der linken Kultur.

Wenn ihr Interesse bekommen habt, euch näher über uns zu informieren oder mit uns zusammenzuarbeiten, meldet euch einfach!

Demogebühren vor Oberverwaltungsgericht Ba-Wü

Die Stadt Pforzheim reichte bereits am 27.07.2007 eine Berufung gegen das vom Verwaltungsgericht Karlsruhe am 29.03.2007 gefällte Urteil zu einer Klage gegen so genannte Verwaltungsgebühren bei Demonstrationen ein.
Grund für die Klage waren 3 im Jahr 2005 angemeldete Demonstrationen die sich gegen Rechtsextremismus ausgesprochen haben und hierbei so genannte Verwaltungsgebühren zwischen 20 und 150 Euro erhoben wurden. Auf Indymedia, regionalen als auch überregionalen Medien wurde hierzu bereits mehrfach berichtet.

Das Karlsruher Verwaltungsgericht gab den KlägerInnen bereits am 29.03.2007 Recht, dass die erhobenen Verwaltungsgebühren massiv in das Grundgesetz Artikel 8 eingreifen und die entstehenden Kosten in keiner Form den Anmeldepersonen einer Demonstration angerechnet werden dürfen, denn so würde das Recht auf Demonstrationsfreiheit eine Frage des Geldbeutels werden. Die Freiheit könne dann nicht mehr als demokratisches Mittel, sich kritisch und politisch zu äußern genutzt werden.

Diese Meinung teilt die Stadt Pforzheim allerdings nicht und hat wie zu erwarten, Berufung eingelegt und versucht nun in der 2. Instanz vor dem Oberverwaltungsgericht in Mannheim ihr Recht auf Versammlungsgebühren zu bekommen. Ob sie hierbei Erfolge verbuchen kann ist nach wie vor fraglich, denn wie bereits bei den Verhandlungen vor dem Verwaltungsgericht in Karlruhe wird nach wie vor der Vergleich zwischen einer Baugenehmigung und einer Versammlungsgenehmigung angestellt. Zudem wird in der Begründung für die Berufung immer wieder darauf hin gewiesen, dass nicht alle Kosten sondern nur ein sehr geringer Teil der entstandenen Kosten in Rechnung gestellt werden.

Dass hier zuerst einmal die Frage nach Sportvereinen und öffentlichen Veranstaltungen mit deren kostenlosen Einsetzen von Polizei und Feuerwehr hinterfragt werden muss, steht ebenfalls im Raum, denn bei solchen Events, die politisch unspektakulär sind, werden auch keinerlei Gebühren für Vorbereitungen des Ordnungsamtes und Ausführungen der Staatsgewalt in Rechnung gestellt.

Da Pforzheim in diesem Bereich einen Musterprozess anstrebt, könnte die Gerichtsverhandlung vor dem Oberlandesgericht in Mannheim zu einer Landesweiten Bedeutung werden, denn sollte die Stadt Pforzheim in ihrer Revision Recht bekommen, könnten schon bald in ganz Baden-Württemberg solche Gebühren erhoben werden.

Dass dieses Urteil sogar Bundesweit von Bedeutung ist, liegt klar auf der Hand. Derzeit gibt es bundesweit keine einheitliche Regelung zu dieser Situation und so wird in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich geurteilt. Während in Bayern die „Versammlungsgebühren“ gerechtfertigt sind, ist in Hessen die Gebühr für Versammlungen in oberster Instanz gescheitert.

Die KlägerInnen hoffen nun, dass es landesweite Aktionen zu diesem Thema gibt und bei den nächsten Verhandlungen auf eine breite Unterstützung zählen können.

Demonstrationsfreiheit darf keine Frage des Geldbeutels sein!

Quelle: Crossposting von Indymedia



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